vielfältige Agroforstwirtschaft

Bundesrat stimmt für vielfältige Agroforstwirtschaft

In der Bundesratssitzung am 25. Juni 2021 wurde mehrheitlich für den am 19. Mai 2021 vom Land Thüringen eingebrachten Antrag (Drucksache 420/21) zur Förderung von Agroforstsystemen gestimmt.

Dem Ergänzungsantrag (Drucksache 420/1/21) des Umweltministeriums von Baden-Württemberg wurde nicht zugestimmt. Mit diesem Ergänzungsantrag sollte die Anlage von Agroforstsystemen an Restriktionen des Naturschutzes gebunden werden, die die Umsetzung von Agroforstsystemen in der landwirtschaftlichen Praxis nahezu verunmöglicht hätte. Aus Sicht des Deutschen Fachverbands für Agroforstwirtschaft (DeFAF e.V.) sind derartige Bedingungen bei der Anlage eines Agroforstsystems nicht zielführend und zudem mit Blick auf den überwiegenden Teil der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland fachlich unbegründet.

Denn die „Agroforstwirtschaft trägt zu mehr Klimaschutz bei, fördert die Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und erhöht deren Klimaresilienz“, so der DeFAF. Deshalb lohne es sich, sowohl für die Landwirte als auch für die Natur, mehr Agroforstsysteme anzulegen und dieses seitens der Politik zu fördern.

Der nun beschlossene Antrag enthält drei Kernforderungen an die Bundesregierung:

  • Feste Verankerung von Agroforstsystemen im Agrarfördersystem, wobei bestehende Hemmnisse bei der Etablierung und Förderung von Agroforstsystemen bis zum Inkrafttreten der neuen GAP-Förderperiode abzubauen sind.
  • Vorlage einer rechtsverbindlichen Definition von Agroforstsystemen im Kontext der Agrarförderung mit Inkrafttreten der neuen GAP-Förderperiode, bei der auf bestehenden Ackerflächen die reversiblen Gehölzelemente Teil der produktiven landwirtschaftlichen Nutzfläche bleiben.
  • Unterstützung der Länder bei der Umsetzung von Agroforstsystemen und in diesem Zusammenhang Aufnahme des Fördertatbestandes „Agroforstwirtschaft“ in den GAK-Rahmenplan.

Für das Vorankommen einer vielfältigen Agroforstwirtschaft in Deutschland stellt der Bundesratsbeschluss einen wichtigen Meilenstein dar. „Nun gilt es, den in Bundestag und Bundesrat geäußerten politischen Willen auf Verordnungsebene im Sinne einer größtmöglichen Vielfalt an rechtlich möglichen und förderfähigen Agroforstsystemen umzusetzen.“, so der DeFAF. Die Weichen dafür sind jedenfalls vorerst in die richtige Richtung gestellt und viele Bauern und Bäuerinnen, die ihre Landnutzung klimagerecht gestalten wollen, können bald mit mehr Unterstützung rechnen.

Agroforstsystem mit Pioniergehölzen

vielfältige Agroforstwirtschaft steht auf dem Spiel

Liebe Mitstreiter*innen für eine klimagerechte Landwirtschaft,

 
im Bundesrat hat das Land Thüringen einen Entschließungsantrag zur Agroforstwirtschaft (Drucksache 420/21) eingebracht. Ziel ist, dass Landwirten endlich ermöglicht wird, ohne große Hürden Bäume auf ihre Äcker und Wiesen zu pflanzen, also vielfältige Agroforstsysteme anzulegen. Dies würde für Klimaschutz und Biodiversität einen enormen Fortschritt bedeuten, denn

– In Agroforstsystemen wird bedeutend mehr Humus aufgebaut und Kohlenstoff gebunden als in „normaler“ Landwirtschaft1–4

– Das Lokal- und Regionalklima lässt sich nachweislich signifikant abkühlen5–7

– Locker mit Bäumen durchsetzte Landschaften sind am besten für die Grundwasserneubildung und sichern die Trinkwasserversorgung8

– Agroforstsysteme schützen Gewässer und Böden vor Schadstoffen9–11

– Erosion wird vermieden, da die Böden mehr Wasser aufnehmen können und der Wind gebremst wird11,12

– Die Nahrungsmittelproduktion wird gegenüber Dürren und Unwettern stabilisiert, da Getreide etc. vor Austrocknung und Wind geschützt werden13,14

– Landwirtschaftliche Erträge können gesteigert werden: In Brandenburg wurden in Agroforstsystemen bis zu 16% Mehrertrag im Getreide festgestellt13

– Bäume produzieren den Großteil der Bioaerosole, die wiederum den Großteil der Wolkenbildung tragen: Ein deutlicher Mehrwert für den Klimaschutz über die Kohlenstoffbindung hinaus!8,15,16

– Schon einfache Baumstreifen mit schnellwachsenden Arten bieten Lebensraum für fast das 10fache an Arten im Vergleich zu Äckern ohne Bäume14,17

– Agroforstsysteme haben diese und weitere positive Effekte, egal ob der Betrieb konventionell, bio, demeter etc. arbeitet!

Doch nun könnte durch einen Änderungsantrag des baden-württembergischen Umweltministerium das ganze kippen! Demnach sollen nur „extensive Agroforstsysteme“ gefördert werden, nur „einheimische Gehölze“ sollen erlaubt sein, und die Pflanzung muss durch die Naturschutzbehörde genehmigt werden. Das wäre für die Wiederbegrünung unserer Landschaft und für den Klimaschutz ein schwerer Schlag – denn viele Landwirte wollen Klima, Gewässer, Böden etc. schützen, sie benötigen dabei aber einen Ertrag von ihren Flächen. Im Klimawandel braucht es dazu robuste Pflanzenzüchtungen und sicher auch Arten, die wir bisher hier nicht anbauen.

Sollte der Änderungsantrag durchgehen, ist zu befürchten, dass man sich bei der Ausgestaltung an bestehenden Verordnungen über gebietsheimische Arten und alte Sorten orientiert. Dann könnten Landwirte z.B. keine für den Obstbau neu gezüchteten Sorten oder hitzetolerante Fruchtgehölze aus wämeren Gegenden anbauen – das Aus für wichtige Klimabäume wie Esskastanie oder Baumhasel oder z.B. für trockenheitstolerante Apfelsorten.

Auch neu gezüchtete Pappeln oder Weiden, die mit Dürre und Wetterextremen klarkommen wären tabu – wo wir doch dringend auf nachwachsende Rohstoffe umsteigen müssen!

Ich habe als Planer allein in den letzten 2 Jahren hunderte Hektar sehr diverse Agroforstsysteme mit Betrieben umgesetzt und bei tausenden Hektar beraten. Die Landwirte wollen etwas ändern! Wenn wir ihnen jetzt Steine in den Weg legen wird unsere nicht klimagerechte Agrarlandschaft auf Jahrzehnte zementiert. Hier leistet der Naturschutz der Verwüstung Vorschub und das baden-württembergische Umweltministerium macht mit.

Bitte macht in eurem Umfeld bzw. über eure Kanäle auf die Problematik aufmerksam oder wendet euch direkt an das baden-württembergische Umweltministerium:

poststelle@um.bwl.de

Wir brauchen die Möglichkeit, die Landschaft klimagerecht umzubauen. Dazu müssen wir mit Bedacht, aber konsequent neue Baumarten pflanzen und brauchen auch neue Sorten. Die Agrarlandschaft mit ihren oft großen Freiflächen ist im Klimawandel nicht haltbar, da sie zu Austrocknung und Überhitzung beiträgt. Wir brauchen die Freiheit, diese Strukturen zu verändern. In der Produktionsfläche der Landwirtschaftsbetriebe müssen diese entscheiden können, welche Bäume sie pflanzen – nur so werden viele ihre Flächen und damit die Landschaft klimagerecht umbauen. Dogmatisches Festhalten am Schutz einzelner Arten oder an einem von der Verschiebung der Klimazonen schon überholten Naturbild sind jetzt kontraproduktiv.


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Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt

http://baumfeldwirtschaft.de
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Mehr Infos zum Antrag im Bundesrat unter

https://www.topagrar.com/energie/news/kritik-der-abl-thueringens-agroforst-antrag-im-bundesrat-droht-zu-scheitern-12601663.html?utm_campaign=index&utm_source=topagrar&utm_medium=referral

https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2021/06/thueringens-initiative-im-bundesrat-fuer-die-agroforstwirtschaft-droht-zweckentfremdung-397825

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2021/0401-0500/0420-21.html?nn=4353186
 
Problematische Änderungen in der Ausschussempfehlung (siehe Nummer 4a – neu):
https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2021/0401-0500/420-1-21.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Vielen Dank für die Initiative, die wichtige Lobbyarbeit und die Zusammenstellung der Links an meinen Kollegen Daniel Fischer, Agroforst-Beauftragter der AbL Mitteldeutschland e.V.!



Quellen:

1. Schwarzer, S. The potental of carbon sequestraton in the soil. Foresight Brief – Early Warning, Emerging Issues and Futures 13 (2019).

2. Cardinael, R. et al. Increased soil organic carbon stocks under agroforestry: A survey of six different sites in France. Agriculture, Ecosystems & Environment 236, 243–255 (2017).

3. Mohan Kumar, B. & Nair, P. Carbon sequestration potential of agroforestry systems: Opportunities and challenges. advances in agroforestry 8. Springer Science and Business Media (2011).

4. Mosquera-Losada, M. R., Freese, D. & Rigueiro-Rodríguez, A. Carbon Sequestration in European Agroforestry Systems. in Carbon Sequestration Potential of Agroforestry Systems (eds. Kumar, B. M. & Nair, P. K. R.) vol. 8 43–59 (Springer Netherlands, 2011).

5. Tölle, M. H., Gutjahr, O., Busch, G. & Thiele, J. C. Increasing bioenergy production on arable land: Does the regional and local climate respond? Germany as a case study. J. Geophys. Res. Atmos. 119, 2711–2724 (2014).

6. House-Peters, L. A. & Chang, H. Modeling the impact of land use and climate change on neighborhood-scale evaporation and nighttime cooling: A surface energy balance approach. Landscape and Urban Planning 103, 139–155 (2011).

7. Layton, K. & Ellison, D. Induced precipitation recycling (IPR): A proposed concept for increasing precipitation through natural vegetation feedback mechanisms. Ecological Engineering 91, 553–565 (2016).

8. Ellison, D. et al. Trees, forests and water: Cool insights for a hot world. Global Environmental Change 43, 51–61 (2017).

9. Kumar, S. Agroforestry and grass buffers for improving soil hydraulic properties and reducing runoff and sediment losses from grazed pastures. (University of Missouri–Columbia, 2009). doi:10.32469/10355/9867.

10. Ryan, J., Mcalpine, C., Ludwig, J. & Callow, J. Modelling the Potential of Integrated Vegetation Bands (IVB) to Retain Stormwater Runoff on Steep Hillslopes of Southeast Queensland, Australia. Land 4, 711 (2015).

11. Anderson, S. H., Udawatta, R. P., Seobi, T. & Garrett, H. E. Soil water content and infiltration in agroforestry buffer strips. Agroforest Syst 75, 5–16 (2009).

12. Udawatta, R. P., Krstansky, J. J., Henderson, G. S. & Garrett, H. E. Agroforestry Practices, Runoff, and Nutrient Loss: A Paired Watershed Comparison. J. ENVIRON. QUAL. 31, 12 (2002).

13. Kanzler, M., Böhm, C., Mirck, J., Schmitt, D. & Veste, M. Microclimate effects on evaporation and winter wheat (Triticum aestivum L.) yield within a temperate agroforestry system. Agroforestry Systems 93, 1821–1841 (2019).

14. Torralba, M., Fagerholm, N., Burgess, P. J., Moreno, G. & Plieninger, T. Do European agroforestry systems enhance biodiversity and ecosystem services? A meta-analysis. Agriculture, Ecosystems & Environment 230, 150–161 (2016).

15. Manoli, G. et al. Soil-plant-atmosphere conditions regulating convective cloud formation above southeastern US pine plantations. Glob Change Biol 22, 2238–2254 (2016).

16. Taraborrelli, D. et al. Hydroxyl radical buffered by isoprene oxidation over tropical forests. Nature Geosci 5, 190–193 (2012).

17. Unseld, R. et al. Leitfaden Agroforstsysteme – Möglichkeiten zur naturschutzgerechten Etablierung von Agroforstsystemen. (2011).

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

Deutschlandfunk: Aufbäumen gegen den Klimawandel!

Letzte Woche lief eine sehr schöne Reportage im Deutschlandfunk mit dem Titel „Baumfeldwirtschaft – Aufbäumen gegen die Erderwärmung“. In 7 Minuten stellte die Journalistin Anna Marie Goretzki die Idee der Agroforst- oder Baumfeldwirtschaft vor und beleuchtete mit Originaltönen von Bauern, Naturschützern und Agroforstplanern die Probleme der Landwirtschaft im Klimawandel, sowie die Potentiale, mit Bäumen auf dem Acker Abhilfe zu schaffen. Darüber hinaus wird die Vision einer mehr auf Gehölzen basierenden Landwirtschaft thematisiert, was bisher in den Medien Seltenheitswert hat.

Es ist ein wirklich interessanter, lebendiger Kurzbeitrag geworden und ich bin sehr froh, dass die Journalistin das Thema so gut durchschaut und dargestellt hat. Sehr hörenswert!

Die Reportage kann hier gehört und heruntergeladen werden:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/baumfeldwirtschaft-aufbaeumen-gegen-die-erwaermung-der-erde.976.de.html?dram:article_id=487651

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

50 Hektar Windschutz und Wasserrückhalt

Auch die einfachen Agroforstsysteme bringen schon so viel in puncto Windschutz, Ersosionsvermeidung, Wasserrückhalt und damit eine stabilere Produktionsgrundlage für den Betrieb und Nahrungsmittelsicherheit für die Region! Im Frühjahr hatte ich die Planung für ein Agroforstsystem für den Landwirtschaftsbetrieb Zschoche zwischen Dessau und Köthen gemacht und ich freue mich sehr, hier die ersten Bilder zeigen zu können:

Agroforstsystem Landwirtschaftsbetrieb Zschoche 2020

Agroforstsystem Landwirtschaftsbetrieb Zschoche 2020

Agroforstsystem Landwirtschaftsbetrieb Zschoche 2020

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

Keyline Design und Agroforst in der ZDF-Doku „Die Wasserretter“

Philipp Gerhardt (baumfeldwirtschaft.de), Maria Gímenez (wilmarsgaerten.com) und Michael Weitz (lignovis.com) besprechen das Keyline Design für ein Agroforstsystem. Ausschnitt aus der ZDF-Doku „Die Wasserretter“.

In der ZDF-Mediathek ist eine Doku zu sehen über Menschen, die die Dürre in der Land(wirt)schaft bekämpfen: In den ersten 5 Minuten, dann ab 12:35 und ab 27:30 wird über Agroforstsysteme und Keyline Designs berichtet. Planung und Umsetzung der gezeigten Systeme: Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt (baumfeldwirtschaft.de) in Kooperation mit Lignovis (lignovis.com) und dem Landwirtschaftsbetrieb Wilmars Gärten (wilmarsgaerten.com).

Hier gibt’s die ganze ZDF-Doku „Die Wasserretter“.

 

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

Sommer-Webinar „Wasser in der Land(wirt)schaft“

Das Webinar Aufbauende Landwirtschaft geht in die 2. Runde! Demnächst gibt es die Sommer-Spezial-Reihe
»Wasser in der Land(wirt)schaft«: 5 Webinare – 5 spannende Themen!

Dabei teilen in 5 Webinaren à 90 Minuten 5 Praktiker (und Forschende) ihre Erfahrungen mit den Webinar-Teilnehmenden. Durch die Interaktionsmöglichkeit bekommen diese wiederum direkt ihre Fragen vom Praktiker beantwortet.

Die Webinar-Reihe beginnt am 18.06.2020, danach im wechselnden Rhythmus, immer donnerstags um 20 Uhr. Mengenrabatte für Institutionen sind auf Nachfrage möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt nur 29,99 € für alle 5 Veranstaltungen dieser Reihe. Wer später dazu kommt, erhält automatisch Zugriff zu allen vorherigen Webinaren.

Mehr zu den einzelnen Themen und Referenten sowie zur Anmeldung unter https://www.webinar-aufbauende-landwirtschaft.de/
Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

Webinar Aufbauende Landwirtschaft: Jetzt teilnehmen!

Das Webinar Aufbauende Landwirtschaft wird von meinem Kollegen Stefan Schwarzer organisiert und ich freue mich sehr, als Referent dazu beitragen zu können. Er schreibt über die Webinar-Reihe:

„Die Anforderungen an die Landwirtschaft im 21. Jahrhundert sind groß. Boden-fruchtbarkeit aufbauen, Ökosysteme regenerieren, Biodiversität erhöhen, Wasserhaushalte erhalten, gesunde und nahrhafte Lebensmittel erzeugen  – und dies ökonomisch rentabel.

Die Webinar-Reihe „Aufbauende Landwirtschaft“ richtet sich an alle Landwirte die auf der Suche nach Lösungen sind, ob konventionell oder ökologisch, jung oder alt, aus dem Ackerbau, der Tierhaltung oder dem Gemüsebau.

Bei der Webinar-Reihe „Aufbauende Landwirtschaft“ teilen in 10(+1) Webinaren à 90 Minuten 10(+1) Praktiker ihre Erfahrungen mit den Webinar-Teilnehmenden. Durch die Interaktionsmöglichkeit bekommen diese wiederum direkt ihre Fragen vom Praktiker beantwortet.Die Themen sind vielfältig und reichen von grundlegenden Analysen der Zusammen-hänge im Boden bis zu der Anwendung der landwirtschaftlichen Praktiken einer aufbauenden Landwirtschaft.

Die Webinar-Reihe beginnt am 13.02.2020, danach im wöchentlichen Rhythmus, immer donnerstags um 20 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt nur 139,90 € für alle 10 Veranstaltungen dieser Reihe. Der Termin mit Olaf Schnelle ist eine Zugabe. Wer später dazu kommt, erhält automatisch Zugriff zu allen vorherigen Webinaren.“
Mehr zu den einzelnen Themen und Referenten sowie zur Anmeldung unter https://www.webinar-aufbauende-landwirtschaft.de/
Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

Keyline Design bei Berlin für Pflanzung vorbereitet

Derzeit werden die Vorbereitungen für die Pflanzung eines Agroforstsystems in der Nähe von Berlin abgeschlossen. Das System ist in einem Schlüssellinienmuster (siehe Keyline Design) strukturiert, so dass das Regenwasser bei Starkniederschlägen in der Fläche gehalten, an bestimmten Stellen gesammelt und so den Pflanzen für Trockenzeiten verfügbar gemacht wird. Gepflanzt werden Bäume wie z.B. die Walnuss oder Edelkastanie, die tief wurzeln, den Humusaufbau und Wasserrückhalt in der Fläche fördern und Nahrungsmittel Produzieren. Die Pflanzung wird im Spätherbst mit Studierenden der Forstlichen Hochschule Tharandt durchgeführt. Der Gründer dieser altehrwürdigen Einrichtung, Heinrich Cotta, würde sich sicher freuen, dass im Jahr des 200. Jubiläums des Erscheinens seiner „Baumfeldwirthschaft“ solch eine essbare Landschaft entsteht…

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

Noch Plätze frei: Workshop-Wochenende für zukunftsfähige Landnutzung

Vom 15.-17. November 2019 findet im Mienbacher Waldgarten in Niederbayern ein Workshop-Wochenende für zukunftsfähige Landnutzung statt. Im Rahmen eines umfassenden Vortrags- und Workshop-Programms bin ich eingeladen worden, einen halbtägigen Kurs zum Thema Baumfeldwirtschaft geben. Es werden einige Referent*innen vor Ort sein und aus verschiedenen Perspektiven die regenerative Landwirtschaft beleuchten. U.A. gibt es Vorträge und Dialoge zu Alternativen in der Waldbewirtschaftung, humusaufbauenden Anbaupraktiken im Ackerbau, Agroforst und Waldgärten, Förderung der Biodiversität u.v.m.

Das gesamte Programm findet sich HIER.

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt 2020

‚Hothouse Earth‘ erklärt in 4 Minuten

Ich spreche oft darüber, wie drastisch die Konsequenzen des Klimawandels schon in Kürze sein werden und warum wir sehr dringend handeln müssen. Ein Team der Universität Stockholm hat für das Weltwirtschaftsforum im Frühjahr 2019 den aktuellen Stand der Forschung sehr anschaulich aufbereitet, so dass es eigentlich auch der/die letzte endlich verstehen müsste. Hier ist in 4 Minuten zusammengefasst, wohin die Reise geht, wenn wir nicht sofort massive Änderungen vornehmen:

Die Quelle der wissenschaftlichen Publikation, auf der diese Zusammenfassung basiert, ist diese:

Steffen, W., Rockström, J., Richardson, K., Lenton, T.M., Folke, C., Liverman, D., Summerhayes, C.P., Barnosky, A.D, Cornell, S.E., Crucifix, M., Donges, J.F., Fetzer, I., Lade, S.J., Scheffer, M., Winkelmann, R., and Schellnhuber, H.J. (2018) Trajectories of the Earth System in the Anthropocene. Proceedings of the National Academy of Sciences (USA), DOI: 10.1073/pnas.1810141115

Eine Zusammenfassung findet sich hier:

https://www.stockholmresilience.org/research/research-news/2018-08-06-planet-at-risk-of-heading-towards-hothouse-earth-state.html