Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

‚Hothouse Earth‘ erklärt in 4 Minuten

Ich spreche oft darüber, wie drastisch die Konsequenzen des Klimawandels schon in Kürze sein werden und warum wir sehr dringend handeln müssen. Ein Team der Universität Stockholm hat für das Weltwirtschaftsforum im Frühjahr 2019 den aktuellen Stand der Forschung sehr anschaulich aufbereitet, so dass es eigentlich auch der/die letzte endlich verstehen müsste. Hier ist in 4 Minuten zusammengefasst, wohin die Reise geht, wenn wir nicht sofort massive Änderungen vornehmen:

Die Quelle der wissenschaftlichen Publikation, auf der diese Zusammenfassung basiert, ist diese:

Steffen, W., Rockström, J., Richardson, K., Lenton, T.M., Folke, C., Liverman, D., Summerhayes, C.P., Barnosky, A.D, Cornell, S.E., Crucifix, M., Donges, J.F., Fetzer, I., Lade, S.J., Scheffer, M., Winkelmann, R., and Schellnhuber, H.J. (2018) Trajectories of the Earth System in the Anthropocene. Proceedings of the National Academy of Sciences (USA), DOI: 10.1073/pnas.1810141115

Eine Zusammenfassung findet sich hier:

https://www.stockholmresilience.org/research/research-news/2018-08-06-planet-at-risk-of-heading-towards-hothouse-earth-state.html

 

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Reaching the 1.5°goal and enhancing food security

Depending on the scenario, we need to sequester 100-1000 Gigatonnes of CO₂, to reach the 1.5° goal and maintain a good life on earth.
So, if we can reach 205 Gigatonnes of carbon sequestration by afforestation, that accounts for roughly 750 Gigatonnes of CO₂. But the IPCC warns that this may likely be in competition with food production. The same problem exists with planting bioenergy crops on croplands to feed bioenergy with carbon capture and storage facilities (which are far from beeing applicable on the scale needed).
But trees already existing on agricultural land worldwide now store about 36 Gigatonnes of carbon or 133 GT of CO₂. If we triple that amount, we could put additional 267 GT of CO₂ back into the soil. If we manage to have ten times as much trees on agricultural land as we have now, that would sequester 1197 Gigatonnes of CO₂ out of the atmosphere.
With my project baumfeldwirtschaft.de and the help of engaged farmers, we planted 100 times more trees in their croplands than there were before. And these trees – chestnuts, nuts and fruits – produce staple foods! Furthermore, the soil now is safe from erosion, the humus isn’t destroyed anymore but more is built up (even more carbon put in the soil), water is retained and accessible in dry summers, so that in the end even the crops grown between the trees deliver higher yields.

So we demonstrated here in central Europe, right outside Berlin, that it is possible to reach the 1.5° goal AND enhance food security, rural livelihoods, ecosystem services, water retention, biodiversity etc. It is possible – if we implement such agroforestry systems with tree crops on landscape scale.

Think about what you eat and buy… Maybe you can support local farmers in planting tree crops?

 

A significant change in the landscape, that has the power to fight climate change: A keyline pattern agroforestry system with tree crops for staple food production. Where there was barren cropland, now trees protect the soil and build up humus and water retention.

 

Sources:

Bastin, Jean-Francois, et al. 2019. The global tree restoration potential. Science. 2019, Bd. 365, 6448, S. 76-79.

IPCC. 2019. Climate Change and Land – An IPCC Special Report on climate change, desertifcation, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems. https://www.ipcc.ch/report/srccl/ Geneva, Switzerland : IPCC, 2019.
—. 2018. Global warming of 1.5°C. An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5°C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change. Geneva, Switzerland : IPCC, 2018.

Zomer, R.J., et al. 2016. Global Tree Cover and Biomass Carbon on Agricultural Land: The contribution of agroforestry to global and national carbon budgets. Nature Scientific Reports. 2016, 6 (29987).

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Esst mehr Bäume! – ein ackerbaufreies Rezept

Die Ernährung von Getreide und den meisten anderen Ackerbauprodukten ist nicht unbedingt sehr gesund, viele Menschen leiden bereits unter Allergien. Darüber hinaus schafft eine Ackerbaulandschaft riesige Probleme: Im großen Maßstab wird Humus zerstört, so dass Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt und den Klimawandel verstärkt. Die Böden verlieren ihre Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern und so haben Dürren und Starkniederschläge immer katastrophalere Folgen. Die Landwirtschaft pfeift derzeit auf dem letzten Loch.

Im krassen Gegensatz dazu steht eine Ernährung, die auf einer „hölzernen Landwirtschaft“ aufbaut. Wenn wir Anbausysteme schaffen, die den Boden ungestört lassen, Humusaufbau, Feuchtigkeit, Erosionsschutz und eine Kühlung der Landschaft gewährleisten, können wir auch eine dauerhafte Nahrungsmittelversorung und ein stabiles Klima erhalten. Die Ernährung, die dabei herauskommt, besteht aus vielen Nüssen und anderen Baumfrüchten. Fleisch von Tieren, die in Agroforstsystemen wesensgerecht weiden, hat eine positive Klimabilanz, da der Humusaufbau die im Vergleich zu Stallhaltung geringeren Methanemissionen überkompensiert (Schwarzer 2019, Teague 2017). Wenn wir eine solche gesunde „Jägerinnen und Sammler“-Ernährung forcieren und entsprechende Produkte von der Landwirtschaft einfordern, können wir die Landschaft umbauen, so dass sie den Problemen unserer Zeit begegnen kann. Dieser Wandel beginnt in den Köpfen und dann in den Küchen!

Ein Wald, der vor 200 Jahren als Esskastanien-Plantage angelegt wurde. Kein anderes Landwirtschaftssystem ist so lange produktiv!

Deshalb hier wieder eine Möglichkeit, nur mit Produkten eine schmackhafte Speise herzustellen, die den Boden ungestört lassen und mehr Bäume und Sträucher in die Landschaft bringen:

Man nehme:

  • 400 g Esskastanienmehl
  • 4 Teelöffel Weinstein-Backpulver
  • 2 Eier aus Hühnerhaltung unter Bäumen
  • 200 g Felsenbirnen (Amelanchier spec., auch engl. „Saskatoon Berries“)
  • eine Prise Salz
  • 150 g Birkenzucker
  • 150 ml Milch aus reiner Weidehaltung, am besten unter Bäumen
  • ein Teelöffel Öl (z.B. Hasel- oder Walnussöl)

Natürlich kann man Eier und Milch auch durch vegane Alternativen ersetzen. Ich verwende aber bewusst die tierischen Produkte um dem Fakt Rechnung zu tragen, dass wir die Leistung der Tiere im Ökosystem brauchen, um die Umsetzungsprozesse so zu gestalten, dass ein massiver Humusaufbau gewährleistet werden kann.

  • Man verrühre mit einem Schneebesen Mehl, Backpulver, Eier, Salz, Birkenzucker und die Milch zu einem lockeren, zähflüssigen Teig.
  • Einen Esslöffel Mehl übrig lassen.
  • Dann hebe man die Felsenbirnen unter.
  • Eine Kuchenform mit dem Öl ausstreichen, dann den Esslöffel Mehl in die Form geben und sie gut auskleiden, um das Ankleben des Teigs zu vermeiden.
  • Dann den Teig in die Form füllen und bei ca. 175°C etwa 50 Minuten im Ofen backen.
  • Fertig.
Zutaten aus der Wald-Garten-Landschaft: Kuchen aus Felsenbirnen und Esskastanien.

 

Die Zutaten zu diesem Rezept haben ein großes Potential, um zu einer nachhaltigen Nahrungsmittelversorgung und zu einem stabilen Klima beizutragen. Sowohl die Esskastanie (Castanea sativa, Castanea crenata und deren Hybriden) als auch die Felsenbirne (Amelanchier alnifolia, A. ovalis) sind sehr klimaplastisch, d.h. sie wachsen bereits gut in unserem Klima, sind aber auch noch sehr anpassungsfähig, wenn es wärmer und trockener wird. Beide Arten sind auch gut frosthart, so dass wir sie schon jetzt fast in ganz Mitteleuropa anbauen können. Sie wurzeln tief und produzieren ein gut zersetzliches Laub, das den Boden schützt und nährt. Sie lassen sich hervorragend mit Tierhaltung kombinieren und liefern als weiteres Produkt auch noch Holz. Die Ernte kann im großen Stil maschinell geschehen, ist aber immer auch ohne weiteres von Hand machbar (z.B., wenn fossile Rohstoffe knapp werden oder es wie jetzt klar ist, dass man diese lieber in der Erde lassen sollte). Eine „hölzerne Landwirtschaft“ – und es gibt noch viel mehr tolle Nährgehölze – ist im Gegensatz zum Ackerbau also auch klimaplastisch und viel besser an eine andere Ökonomie anpassbar.

Quellen:

Schwarzer, S.; 2019: The potental of carbon sequestraton in the soil. UN Environment Foresight Brief – Early Warning, Emerging Issues and Futures 13.

Tegaue, R.; 2017: Grazing management that regenerates ecosystem function and grazingland livelihoods. African Journal of Range & Forage Science 34.

 

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„unfuck the world“ in Berlin – baumfeldwirtschaft ist dabei

Heute abend findet in Berlin das „unfuck the world townhall meeting“ statt, ein Initialtreffen für Menschen, die sich vernetzen und die Welt positiv verändern wollen. Es werden ab 18.00 Uhr in der Markthalle 9 in der Eisenbahnstraße 42 in Berlin-Kreuzberg ca. 2000 Besucher*innen erwartet. baumfeldwirtschaft.de wird gemeinsam mit dem Deutschen Fachverband Agroforst den Infostand „unfuck agriculture“ betreuen und um 18:45 auf dem Podium das Thema im Interview erläutern.

Mehr zur Veranstaltung unter https://m.tagesspiegel.de/berlin/unfuck-the-world

Anmeldung unter https://www.eventbrite.com/e/unfuck-the-world-town-hall-meeting-berlin-tickets-61376435571