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Reaching the 1.5°goal and enhancing food security

Depending on the scenario, we need to sequester 100-1000 Gigatonnes of CO₂, to reach the 1.5° goal and maintain a good life on earth.
So, if we can reach 205 Gigatonnes of carbon sequestration by afforestation, that accounts for roughly 750 Gigatonnes of CO₂. But the IPCC warns that this may likely be in competition with food production. The same problem exists with planting bioenergy crops on croplands to feed bioenergy with carbon capture and storage facilities (which are far from beeing applicable on the scale needed).
But trees already existing on agricultural land worldwide now store about 36 Gigatonnes of carbon or 133 GT of CO₂. If we triple that amount, we could put additional 267 GT of CO₂ back into the soil. If we manage to have ten times as much trees on agricultural land as we have now, that would sequester 1197 Gigatonnes of CO₂ out of the atmosphere.
With my project baumfeldwirtschaft.de and the help of engaged farmers, we planted 100 times more trees in their croplands than there were before. And these trees – chestnuts, nuts and fruits – produce staple foods! Furthermore, the soil now is safe from erosion, the humus isn’t destroyed anymore but more is built up (even more carbon put in the soil), water is retained and accessible in dry summers, so that in the end even the crops grown between the trees deliver higher yields.

So we demonstrated here in central Europe, right outside Berlin, that it is possible to reach the 1.5° goal AND enhance food security, rural livelihoods, ecosystem services, water retention, biodiversity etc. It is possible – if we implement such agroforestry systems with tree crops on landscape scale.

Think about what you eat and buy… Maybe you can support local farmers in planting tree crops?

 

A significant change in the landscape, that has the power to fight climate change: A keyline pattern agroforestry system with tree crops for staple food production. Where there was barren cropland, now trees protect the soil and build up humus and water retention.

 

Sources:

Bastin, Jean-Francois, et al. 2019. The global tree restoration potential. Science. 2019, Bd. 365, 6448, S. 76-79.

IPCC. 2019. Climate Change and Land – An IPCC Special Report on climate change, desertifcation, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems. https://www.ipcc.ch/report/srccl/ Geneva, Switzerland : IPCC, 2019.
—. 2018. Global warming of 1.5°C. An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5°C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change. Geneva, Switzerland : IPCC, 2018.

Zomer, R.J., et al. 2016. Global Tree Cover and Biomass Carbon on Agricultural Land: The contribution of agroforestry to global and national carbon budgets. Nature Scientific Reports. 2016, 6 (29987).

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Agroforst von oben gesehen…

Auch über Google Maps vom Satelliten aus betrachtet sieht das Agroforstsystem südlich von Berlin auch sehr schön aus:

Satellitenbild von Google Maps: Eines meiner Agroforstsysteme mit Schlüssellinien-Struktur für mehr Wasserrückhalt im 2. Standjahr.

Das System habe ich mit einem sehr engagierten Landwirtschaftsbetrieb in einer konturangepassten Linienführung für mehr Wasserrückhalt angelegt. Es ist sicherlich das erste derartige System in Europa in dieser Größe!

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Esst mehr Bäume! – ein ackerbaufreies Rezept

Die Ernährung von Getreide und den meisten anderen Ackerbauprodukten ist nicht unbedingt sehr gesund, viele Menschen leiden bereits unter Allergien. Darüber hinaus schafft eine Ackerbaulandschaft riesige Probleme: Im großen Maßstab wird Humus zerstört, so dass Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt und den Klimawandel verstärkt. Die Böden verlieren ihre Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern und so haben Dürren und Starkniederschläge immer katastrophalere Folgen. Die Landwirtschaft pfeift derzeit auf dem letzten Loch.

Im krassen Gegensatz dazu steht eine Ernährung, die auf einer „hölzernen Landwirtschaft“ aufbaut. Wenn wir Anbausysteme schaffen, die den Boden ungestört lassen, Humusaufbau, Feuchtigkeit, Erosionsschutz und eine Kühlung der Landschaft gewährleisten, können wir auch eine dauerhafte Nahrungsmittelversorung und ein stabiles Klima erhalten. Die Ernährung, die dabei herauskommt, besteht aus vielen Nüssen und anderen Baumfrüchten. Fleisch von Tieren, die in Agroforstsystemen wesensgerecht weiden, hat eine positive Klimabilanz, da der Humusaufbau die im Vergleich zu Stallhaltung geringeren Methanemissionen überkompensiert (Schwarzer 2019, Teague 2017). Wenn wir eine solche gesunde „Jägerinnen und Sammler“-Ernährung forcieren und entsprechende Produkte von der Landwirtschaft einfordern, können wir die Landschaft umbauen, so dass sie den Problemen unserer Zeit begegnen kann. Dieser Wandel beginnt in den Köpfen und dann in den Küchen!

Ein Wald, der vor 200 Jahren als Esskastanien-Plantage angelegt wurde. Kein anderes Landwirtschaftssystem ist so lange produktiv!

Deshalb hier wieder eine Möglichkeit, nur mit Produkten eine schmackhafte Speise herzustellen, die den Boden ungestört lassen und mehr Bäume und Sträucher in die Landschaft bringen:

Man nehme:

  • 400 g Esskastanienmehl
  • 4 Teelöffel Weinstein-Backpulver
  • 2 Eier aus Hühnerhaltung unter Bäumen
  • 200 g Felsenbirnen (Amelanchier spec., auch engl. „Saskatoon Berries“)
  • eine Prise Salz
  • 150 g Birkenzucker
  • 150 ml Milch aus reiner Weidehaltung, am besten unter Bäumen
  • ein Teelöffel Öl (z.B. Hasel- oder Walnussöl)

Natürlich kann man Eier und Milch auch durch vegane Alternativen ersetzen. Ich verwende aber bewusst die tierischen Produkte um dem Fakt Rechnung zu tragen, dass wir die Leistung der Tiere im Ökosystem brauchen, um die Umsetzungsprozesse so zu gestalten, dass ein massiver Humusaufbau gewährleistet werden kann.

  • Man verrühre mit einem Schneebesen Mehl, Backpulver, Eier, Salz, Birkenzucker und die Milch zu einem lockeren, zähflüssigen Teig.
  • Einen Esslöffel Mehl übrig lassen.
  • Dann hebe man die Felsenbirnen unter.
  • Eine Kuchenform mit dem Öl ausstreichen, dann den Esslöffel Mehl in die Form geben und sie gut auskleiden, um das Ankleben des Teigs zu vermeiden.
  • Dann den Teig in die Form füllen und bei ca. 175°C etwa 50 Minuten im Ofen backen.
  • Fertig.
Zutaten aus der Wald-Garten-Landschaft: Kuchen aus Felsenbirnen und Esskastanien.

 

Die Zutaten zu diesem Rezept haben ein großes Potential, um zu einer nachhaltigen Nahrungsmittelversorgung und zu einem stabilen Klima beizutragen. Sowohl die Esskastanie (Castanea sativa, Castanea crenata und deren Hybriden) als auch die Felsenbirne (Amelanchier alnifolia, A. ovalis) sind sehr klimaplastisch, d.h. sie wachsen bereits gut in unserem Klima, sind aber auch noch sehr anpassungsfähig, wenn es wärmer und trockener wird. Beide Arten sind auch gut frosthart, so dass wir sie schon jetzt fast in ganz Mitteleuropa anbauen können. Sie wurzeln tief und produzieren ein gut zersetzliches Laub, das den Boden schützt und nährt. Sie lassen sich hervorragend mit Tierhaltung kombinieren und liefern als weiteres Produkt auch noch Holz. Die Ernte kann im großen Stil maschinell geschehen, ist aber immer auch ohne weiteres von Hand machbar (z.B., wenn fossile Rohstoffe knapp werden oder es wie jetzt klar ist, dass man diese lieber in der Erde lassen sollte). Eine „hölzerne Landwirtschaft“ – und es gibt noch viel mehr tolle Nährgehölze – ist im Gegensatz zum Ackerbau also auch klimaplastisch und viel besser an eine andere Ökonomie anpassbar.

Quellen:

Schwarzer, S.; 2019: The potental of carbon sequestraton in the soil. UN Environment Foresight Brief – Early Warning, Emerging Issues and Futures 13.

Tegaue, R.; 2017: Grazing management that regenerates ecosystem function and grazingland livelihoods. African Journal of Range & Forage Science 34.

 

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„Permakultur“ und das richtige Beobachten

Heinrich Cotta 1843. Inspiration für „Permakultur-Designer“?

Immer wieder höre ich von Leuten aus dem Dunstkreis der Permakultur, dass man lokal sinnvolle Landnutzungssysteme durch eine ständige und verständige Beobachtung gestalten kann. Doch oftmals sehe ich in diesem Feld Landnutzungssysteme, die weit weg von der Erfüllung der von ihnen gewünschten Funktionen sind, geschweige denn wirklich nachhaltig betrieben werden. Es ist in der Praxis dieses Planungsansatzes, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut, leider oft so, dass das Beobachten durch Quereinsteiger und Laien nicht zum gewünschten Erfolg führt. Woran hakt es da? Ich finde, eine wunderbare Beschreibung des Problems liefert Heinricht Cotta, der schon 1811 über die Gestaltung von Waldökosystemen und die dazu notwendigen Fähigkeiten sagte:

Bloße Erfahrungen sind hier unzureichend; teils können sie nie vollständig genug im Umkreise eines Lernenden gefunden werden, teils setzen sie eine viel zu lange Reihe von Jahren voraus, als daß sie von einem einzigen Manne in unserem kurzen Erdenleben – viel weniger von einem Lernenden in seiner Lehrzeit – gemacht und geprüft werden könnten. Wir müssen also die Erfahrungen vieler, von vielen Jahren, aus vielen Gegenden, unter mannigfaltigen Umständen gesammelt, zusammenstellen; aus ihnen Hauptregeln ableiten, Grundsätze aufstellen und diese modifizieren lernen. – Dies sei die einzig geltende Theorie für uns, nicht aber spitzfindige, am Schreibtisch ausgeheckte Hirngespinste, leere Bücherweisheit und gelehrte Wortkrämerei… Der Beruf des Forstmannes ist halb Wissenschaft, halb Kunst, und nur die Ausführung macht hierbei den Meister.

Gerade in Zeiten des Klimawandels, aufgrund dessen wir rasch und effektiv handeln müssen, können wir uns kein langes und dann auch noch fehlgeleitetes Beobachten leisten. Ich möchte daher allen „Permakultur“-Begeisterten empfehlen, für sich zu prüfen, wie sie denn beobachten und wie sie ihre Schlüsse daraus ziehen. Schaue ich nur den Boden an, oder habe ich im Hintergrund ein paar Semester Bodenkunde, wodurch mir die Beobachtung viel mehr verrät? Beobachte ich ein einen Mißstand im Wasserhaushalt und erdenke mir ohne die „Erfahrungen vieler, von vielen Jahren, aus vielen Gegenden, unter mannigfaltigen Umständen gesammelt“ eine Lösung, oder habe ich vielleicht viele mögliche Systeme selbst gesehen und studiert (nicht unbedingt an einer Uni o.Ä.), mir also Keyline Designs angesehen, die Konstruktion von Reservoiren und Gräben etc. über mehrere Jahre gelernt?

Es geht darum, im Zeitalter des Internets endlich wieder aufzuhören, ständig nur die gleichen oberflächlichen Informationen zu wiederholen. Landnutzung ist ein derartiger Schlüsselfaktor im Kampf um ein Klima, in dem wir Menschen leben können, dass es wirklich ein Frevel ist, immer nur in Foren, Facebookgruppen und auf Youtube zu stöbern. Halbwissen hat die Angewohnheit, immer noch weniger zu werden: 0,5*0,5=0,25. Damit sollten wir nicht hinausgehen und Landnutzungen gestalten. Besser wäre es, sich mit erfahrenen Leuten zusammen zu tun oder sich zumindest gegenseitig immer wieder zu überprüfen und durch die Ausführung zum Meister zu werden. Dazu möchte ich ermutigen!

Auch nach über 200 Jahren behalten daher für „Permakultur-Designer“, Land- und Forstleute die Worte Gültigkeit:

Bedenken Sie, daß in unserem alles umwälzenden Zeitalter kein äußeres Glücksgut gesichert, kein jetziges Verhältnis für die Zukunft bürgt. Tausende besitzen heute nicht mehr, was sie vor wenig Jahren nie zu verlieren glaubten, und wer will die Schicksale ermessen, die unser noch in dem Hintergrunde der Zeiten warten können! – Nichts vermögen wir mit Gewißheit unser zu nennen, als was wir in uns selbst tragen. Fassen wir daher den unerschütterlich festen Vorsatz, Schätze in uns selbst zu sammeln, die Ihnen kein äußeres Verhältnis rauben kann. Suchen Sie Ihre Kenntnisse möglichst zu erweitern. Bilden sie sich vor allem zu braven rechtschaffenen Menschen, lernen Sie dabei entbehren und Anstrengungen ertragen, dann können Sie allen Stürmen der Zeit trotzen!

Zitate aus COTTA, Heinrich: Rede, gehalten bei Eröffnung der Forstlehranstalt zu Tharandt am 24. Mai 1811. Tharandt, 1811.

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Blütenvielfalt statt Monokultur

Blühende Vielfalt: In diesem Agroforstsystem werden derzeit fruchttragende Bäume mit dem Anbau von Bienenweide und Gründüngung zum Humusaufbaui kombiniert.

Wo bisher ein Acker war, wird nun Humus aufgebaut und für Bienen und andere Insekten steht eine reichhaltige Blütenvielfalt bereit. Die anfängliche Investition lohnt sich nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die umgebende Landschaft und die Bevölkerung. Schon jetzt freuen sich Imker im Umfeld über das Refugium für Ihre Nutztiere in der sonst so ausgeräumten Landschaft. Wenn man die Umgebung noch vor 2 Jahren durchwandert hat, wird man den Unterschied bemerken, denn nun wird es auch an heißen Sommertagen spürbar weniger heiß und trocken. In den kommenden Jahren wird sich das sicherlich noch verstärken und wir wollen hoffen, dass in der gesamten Landwirtschaft ein Umdenken geschieht. Vielleicht können wir doch noch flächendeckend zu einerPflegnutzung der Landschaft zurück kommen, die Artenvielfalt erhalten und das Klima stabilisieren? Packen wir es an!

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Brücker Waldgarten auf der „Karte von morgen“

Das gemeinnützige Projekt „Karte von morgen“ möchte Initiativen für einen sozialen und ökologischen Wandel sichtbar machen und vernetzen. Die Karte ist unter http://kartevonmorgen.org zu finden und jede*r kann hier Projekte und Unternehmen hinzufügen. Der nahe Berlin gelegene Waldgarten „Lummerland“, der zum Projekthaus „Frieda“ in Brück gehört, hat einen eigenen Eintrag und bereits eine erste Bewertung bekommen! Ich freue mich sehr, dass dieses ambitionierte Projekt so auch einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar wird und die örtliche Gemeinschaft vielleicht Zulauf erhält. Natürlich bin ich auch sehr erfreut darüber, dass so vielleicht mehr Menschen vom dortigen Kursangebot erfahren und sich das Wissen, dass es für die gelingende Bewirtschaftung eines Waldgartens braucht, weiter verbreiten kann. Wenn ihr an einem Kurs oder Aktionswochenende im Waldgarten Lummerland teilgenommen habt, dann unterstüzt das Projekt gern mit einem Kommentar auf der „Karte von morgen“ – das ist sicherlich nachhaltiger als in kommerziellen Sozialen Medien (siehe https://digitalcourage.de/themen/facebook/).

 

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Die dünne Haut der Erde

In der derzeitigen Landwirtschaft wird der Boden immer wieder gestört, was zu massiven Verlusten an Biomasse im Boden, besonders an Humus führt. Dadurch schwindet die Fähigkeit der Böden, Nährstoffe und Wasser zu halten und bereitzustellen. Die Folge ist die Auswaschung von Nährstoffen, sinkende Erträge und die Emission großer Mengen von CO2 in die Atmosphäre.

Zu dieser Thematik gibt es jetzt eine Reportage des Deutschlandfunks mit dem Titel „Die dünne Haut der Erde“. In dieser kommt auch der engagierte Bauer Mark Dümichen zu Wort, mit dem ich zusammenarbeite. Er betreibt seit Jahren eine pflegliche Bodenbearbeitung mit minimalen Eingriffen, permanenter Begrünung und dem Einsatz von eigens hergestellten Bodendüngern („Kompost“). Er hat das Dürrejahr 2018 weit besser überstanden als so manch andere Bauern in Brandenburg und arbeitet schon an den nächsten Schritten in Richtung einer regenerativen Landwirtschaft. Derzeit erarbeite ich weitere Klimawandelanpassungsmaßnahmen für seinen Hof.

Die Reportage findet sich unter:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/landwirtschaft-die-duenne-haut-der-erde

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Dürre, Hagel, Stürme – wer zeigt Lösungen auf?

Die Probleme werden offensichtlich – aber wer schreibt über Lösungen? Es wäre doch so einfach!

Das Jahr 2018 brachte eine extreme Dürre mit sich, die in der Landwirtschaft schwere Schäden verursacht hat. Auch auf Landschaftsebene gibt es gewaltige Probleme, wie das massive Absterben von Waldbäumen, ein Absinken des Grundwasserspiegels und damit verbunden eine große Unsicherheit in der Trinkwasserversorgung.

Noch können solche Extremwetterlagen teilweise ausgeglichen werden, indem in der Landwirtschaft bewässert wird und indem Trinkwasser aus anderen Regionen zugeführt wird. Doch durch diese Maßnahmen verschärft sich die Problematik, da der Grundwasserspiegel weiter absinkt und somit ein Speicher angezapft wird, der sich so schnell nicht erholen kann. Denn, wie der IPCC in seinem Sonderbericht vom September 2018 darstellt, werden Dürrejahre wie 2018 in Zukunft immer häufiger auftreten oder sogar die Regel sein, wenn sich das Klima weiter so entwickelt wie bisher. Gleichzeitig kommen Starkniederschläge, Hochwässer, Schlammlawinen, Erosion, Ernteausfälle etc.

Doch das alles muss ja nicht sein: Eine der einfache und billige Lösung ist eine Umstellung unserer Landnutzung, wie sie z.B. auf http://baumfeldwirtschaft.de angeboten wird. Durch die Anlage von gehölzbasierten Produktionssystemen schaffen wir klimawandelsichere Landwirtschaftsbetriebe, stabile Gärten und Siedlungsstrukturen, die auch in Zukunft nicht überhitzen. Doch wer berichtet über diese Lösungsmöglichkeiten?

Bisher gibt es dazu leider kaum Berichterstattung. Diese wird aber dringend gebraucht, damit die Leute, die Land nutzen, also vor allem Bauern und Bäuerinnen, an die notwendigen Informationen kommen. Denn dass es Probleme gibt, merken diese schon lange und suchen nach Lösungen. Was es braucht ist also der Brückenschlag zwischen Leuten, die Lösungen anbieten und denen, die sie brauchen. Deshalb rufe ich dazu auf, so vielen Menschen wie möglich davon zu berichten, wie einfach es sein kann, das eigene Land oder die gemeinde, ind er man lebt, umzugestalten, so dass diese Orte auch in Zukunft eine stabile Basis für ein Einkommen und ein gutes Leben bieten.

Ich wünsche mir Schlagzeilen wie:

„Bauer freut sich über stabile Erträge – dank Investition in Agroforst-Planung“

„Acker weicht Baumkulturen – keine Probleme mehr mit Klimawandel“

„Forstwirt sagt der Dürre den Kampf an“

„Trotz Dürre: Nussbaum-Ertragsanlagen in Brandenburg mit Rekordernte“

„Bauer steigt auf Agroforst um – kein Wassermangel mehr“

„Klimawandel umkehrbar – mit Bäumen runter vom Holzweg“

„Vom Hochwasserentstehungsgebiet zum Wasserspeicher – mit Humusaufbau und Bäumen wachsen reichhaltige Produktionslandschaften“

„Dorf bleibt im Sommer kühl – Bürger*innen danken Agroforst-Pionier“

„Essbare Stadt krisensicher, Einwohner*innen zufriedener“

„Naturschutz und Jagd zufrieden – Agroforstsysteme steigern Struktur- und Artenvielfalt“

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Keyline Design für SoLaWi umgesetzt

Durch Schlüssellinienkultur (Keyline Design) kann Wasser geleitet und gespeichert werden. Anbausysteme nach diesem Prinzip beugen nicht nur Erosion und Hochwässern nach Extremniederschlägen vor, sie machen Wasser auch in Dürreperioden länger verfügbar.

Für eine Solidarische Landwirtschaft in der Schweiz habe ich kürzlich eine Schlüssellinienkultur (Keyline Design) eingerichtet, die derzeit mit Gehölzkulturen bepflanzt wird. Durch die Anlage der Kulturen und eine zukünftige Bearbeitung mit einem Tiefenmeißel werden das im Boden ziehende Wasser und eventuelle Oberflächenabflüsse gezielt zu den trockeneren Teilen des Geländes geleitet und dort versickert. Die Gehölzkulturen mit ihren tiefgehenden Wurzeln sorgen für eine verstärkte Tiefensickerung und können auch in Trockenperioden das im Boden gespeicherte Wasser erreichen. Die Bemühungen der Bewirtschafter um Bodenbedeckung und Humusaufbau werden die Wasserhaltefähigkeit weiter begünstigen, so dass hier eine nachhaltige Versorgung auch unter den im Klimawandel zunehmenden Dürren gewährleistet werden kann.

Werden solche Systeme in weiten Teilen einer Landschaft eingesetzt und ersetzen z.B. Ackerbau, so ist außerdem mit einer Abkühlung der Landschaft, einer erhöhten Regenwahrscheinlichkeit und einer besseren Grundwasserneubildung zu rechnen.

Mehr Hintergrundinformationen zur Schlüssellinienkultur (Keyline Design) finden sich in folgenden Publikationen:

Ryan, Justin A., et al. 2015. Modelling the Potential of Integrated Vegetation Bands (IVB) to Retain Stormwater Runoff on Steep Hillslopes of Southeast Queensland, Australia. Land. 4, 2015, S. 711-736.
Ryan, Justin G., McAlpine, Clive A. und Ludwig, John A. 2010. Integrated vegetation designs for enhancing water retention and recycling in agroecosystems. Landscape Ecology. 25, 2010, S. 1277–1288.

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Zukunftsweisendes aus der Vergangenheit

„Es liegt außer allem Zweifel und wird bei unbefangenen Beobachtungen sich gewiß noch bestätigen, daß sich bei der Baumfelderwirthschaft die Bodenkraft und Frische, sohin die Fruchtbarkeit länger und besser erhält, als auf kahlen Fluren, wo man selbst mit allen möglichen künstlichen Düngungsmitteln die Fruchtbarkeit immer mehr abnehmen sieht. Die Nothwendigkeit und der wohlthätige Einfluß der schützenden Bekleidung des Bodens durch größere Vegetabilien (Bäume) tritt bei unbefangener Anschauung der Natur überall unverkennbar hervor.“

So schreibt ein anonym gebliebener Autor in einem von Eugen Neureuther illustrierten Buch im Jahre 1856, „Die Holzzucht außerhalb des Waldes“ (s.u.). Diese und weitere spannende Erkenntnisse aus einer Vergangenheit, in der wie heute einige Denker und Denkerinnen ihrer Zeit weit voraus waren, kann man mittlerweile auch online im Original lesen. Mehr dazu bei der Bayrischen Staatsbibliothek München: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10386002_00104.html

Baumfelder. Aus: Die Holzzucht außerhalb des Waldes, zum Vortheile der ländlichen Oekonomien und zur landschaftlichen Verschönerung Bayerns: für Grundbesitzer, Land- und Forstwirthe, Stadt- und Landgemeinden. Neureuther, Eugen Napoleon (Hrsg.) ; 1856. Palmer-Verlag, München.