AFS_GMW_Google_Satellite2019

Agroforst von oben gesehen…

Auch über Google Maps vom Satelliten aus betrachtet sieht das Agroforstsystem südlich von Berlin auch sehr schön aus:

Satellitenbild von Google Maps: Eines meiner Agroforstsysteme mit Schlüssellinien-Struktur für mehr Wasserrückhalt im 2. Standjahr.

Das System habe ich mit einem sehr engagierten Landwirtschaftsbetrieb in einer konturangepassten Linienführung für mehr Wasserrückhalt angelegt. Es ist sicherlich das erste derartige System in Europa in dieser Größe!

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Blütenvielfalt statt Monokultur

Blühende Vielfalt: In diesem Agroforstsystem werden derzeit fruchttragende Bäume mit dem Anbau von Bienenweide und Gründüngung zum Humusaufbaui kombiniert.

Wo bisher ein Acker war, wird nun Humus aufgebaut und für Bienen und andere Insekten steht eine reichhaltige Blütenvielfalt bereit. Die anfängliche Investition lohnt sich nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die umgebende Landschaft und die Bevölkerung. Schon jetzt freuen sich Imker im Umfeld über das Refugium für Ihre Nutztiere in der sonst so ausgeräumten Landschaft. Wenn man die Umgebung noch vor 2 Jahren durchwandert hat, wird man den Unterschied bemerken, denn nun wird es auch an heißen Sommertagen spürbar weniger heiß und trocken. In den kommenden Jahren wird sich das sicherlich noch verstärken und wir wollen hoffen, dass in der gesamten Landwirtschaft ein Umdenken geschieht. Vielleicht können wir doch noch flächendeckend zu einerPflegnutzung der Landschaft zurück kommen, die Artenvielfalt erhalten und das Klima stabilisieren? Packen wir es an!

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Der Waldgarten-Kuchen: Klimaschutz kinderleicht und lecker!

 

Ein Kuchen, der das Klima schützt? Ja, ganz einfach!

Wenn wir den Anbau von Gehölzen als Nahrungsmittellieferanten fördern, entwickelt sich als Gegenmodell zum Ackerbau, der keine nennenswerte Kohlenstoffbindung zulässt, eine „hölzerne Landwirtschaft“: Bäume, Sträucher und andere mehrjährige Pflanzen können die Basis einer gesunden Ernährung bilden und gleichzeitig durchwurzeln sie dauerhaft und tief den Boden, so dass Wasser und Nährstoffe gehalten werden. Sie schützen den Boden vor Wind und Austrocknung und unter ihnen entsteht wertvoller Humus im Boden, der große Mengen CO2 aus der Atmosphäre speichert. Dazu kommt eine Beweidung mit Rindern, Schafen, Hühnern etc., die uns wertvolle Produkte liefern und durch ihre Rolle im Ökosystem bei richtiger Bewirtschaftung ebenfalls zum Humusaufbau beitragen.

Das Rezept

Alle Zutaten aus Waldgärten / Agroforstwirtschaft, keine einjährigen Pflanzen!

400g Esskastanienmehl, 2 Eier, 125g Butter und eine Prise Salz zu einem Teig verkneten.

2/3 des Teigs in eine Springform drücken.

4-6 Stangen Rhabarber kleinschneiden und mit 100-200g Birkenzucker vermischen.

Den Rhabarber in die mit Teig ausgekleidete Form füllen, den Rest des Teigs als Streusel oben drauf. Das ganze bei ca. 180°C ca. 45 Minuten im Ofen (Ökostrom, Solarofen etc…) backen. Dann mit jung und alt im Schatten großer Bäume genießen.

 

Die Vision

Stellt euch mal vor, statt dürrer, staubiger Äcker hätten wir z.B. um Berlin herum eine lichte Wald-Weide-Landschaft. Die Bäume produzieren jedes Jahr Früchte wie Esskastanien oder verschiedene Nüsse, die zum krisensicheren Grundnahrungsmittel werden. In ihrem Schatten weiden Tiere und die Menschen genießen die Kühle und das Blätterrauschen im Wind. Dürreperioden werden abgemildert und es gibt wieder mehr Niederschläge und Trinkwasser… Überall summt, brummt und zwitschert es, weil auch die Insekten und Vögel wieder Nahrung und Lebensraum finden. Die Landschaft ist so schön, dass die Menschen wieder viel mehr draußen unterwegs sind, statt Autos, Unterhaltungselektronik und andere Ersatzbefriedigungen zu konsumieren. Der sinnlose Ressourcenverbrauch findet ein Ende und wir gewinnen den Kampf um ein stabiles Klima und ein gutes Leben für alle.

Übrigens

Besonders für Menschen interessant, deren Körper allergisch auf die industrielle, einjährige Landwirtschaft reagieren: Esskastanienmehl ist glutenfrei und sehr reich an Mineralstoffen. In Berlin gibt es z.B. die „Jute Bäckerei“, die ausschließlich glutenfrei bäckt und auch Brote mit Esskastanienmehl anbieten.

Ein Wald, der vor 200 Jahren als Esskastanien-Plantage angelegt wurde. Jedes Jahr können Menschen hier viele Tonnen Nahrung ernten, obwohl die landwirtschaftliche Nutzung schon vor langer Zeit aufgegeben wurde. Kein anderes Landwirtschaftssystem ist so lange produktiv!