Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Keyline Design bei Berlin für Pflanzung vorbereitet

  • Taschenteich (engl. Pocket Pond) in einem Keyline Design
    In einem Geländeeinschnitt wird Oberflächen- und Hangzugwasser zusammengeführt und in einer Mulde gesammelt. Hier kann trägt es zu Taubildung bei, versickert langsam und hält damit die Umgebung länger feucht.

Derzeit werden die Vorbereitungen für die Pflanzung eines Agroforstsystems in der Nähe von Berlin abgeschlossen. Das System ist in einem Schlüssellinienmuster (siehe Keyline Design) strukturiert, so dass das Regenwasser bei Starkniederschlägen in der Fläche gehalten, an bestimmten Stellen gesammelt und so den Pflanzen für Trockenzeiten verfügbar gemacht wird. Gepflanzt werden Bäume wie z.B. die Walnuss oder Edelkastanie, die tief wurzeln, den Humusaufbau und Wasserrückhalt in der Fläche fördern und Nahrungsmittel Produzieren. Die Pflanzung wird im Spätherbst mit Studierenden der Forstlichen Hochschule Tharandt durchgeführt. Der Gründer dieser altehrwürdigen Einrichtung, Heinrich Cotta, würde sich sicher freuen, dass im Jahr des 200. Jubiläums des Erscheinens seiner „Baumfeldwirthschaft“ solch eine essbare Landschaft entsteht…

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Noch Plätze frei: Workshop-Wochenende für zukunftsfähige Landnutzung

Vom 15.-17. November 2019 findet im Mienbacher Waldgarten in Niederbayern ein Workshop-Wochenende für zukunftsfähige Landnutzung statt. Im Rahmen eines umfassenden Vortrags- und Workshop-Programms bin ich eingeladen worden, einen halbtägigen Kurs zum Thema Baumfeldwirtschaft geben. Es werden einige Referent*innen vor Ort sein und aus verschiedenen Perspektiven die regenerative Landwirtschaft beleuchten. U.A. gibt es Vorträge und Dialoge zu Alternativen in der Waldbewirtschaftung, humusaufbauenden Anbaupraktiken im Ackerbau, Agroforst und Waldgärten, Förderung der Biodiversität u.v.m.

Das gesamte Programm findet sich HIER.

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‚Hothouse Earth‘ erklärt in 4 Minuten

Ich spreche oft darüber, wie drastisch die Konsequenzen des Klimawandels schon in Kürze sein werden und warum wir sehr dringend handeln müssen. Ein Team der Universität Stockholm hat für das Weltwirtschaftsforum im Frühjahr 2019 den aktuellen Stand der Forschung sehr anschaulich aufbereitet, so dass es eigentlich auch der/die letzte endlich verstehen müsste. Hier ist in 4 Minuten zusammengefasst, wohin die Reise geht, wenn wir nicht sofort massive Änderungen vornehmen:

Die Quelle der wissenschaftlichen Publikation, auf der diese Zusammenfassung basiert, ist diese:

Steffen, W., Rockström, J., Richardson, K., Lenton, T.M., Folke, C., Liverman, D., Summerhayes, C.P., Barnosky, A.D, Cornell, S.E., Crucifix, M., Donges, J.F., Fetzer, I., Lade, S.J., Scheffer, M., Winkelmann, R., and Schellnhuber, H.J. (2018) Trajectories of the Earth System in the Anthropocene. Proceedings of the National Academy of Sciences (USA), DOI: 10.1073/pnas.1810141115

Eine Zusammenfassung findet sich hier:

https://www.stockholmresilience.org/research/research-news/2018-08-06-planet-at-risk-of-heading-towards-hothouse-earth-state.html

 

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Agroforst von oben gesehen…

Auch über Google Maps vom Satelliten aus betrachtet sieht das Agroforstsystem südlich von Berlin auch sehr schön aus:

Satellitenbild von Google Maps: Eines meiner Agroforstsysteme mit Schlüssellinien-Struktur für mehr Wasserrückhalt im 2. Standjahr.

Das System habe ich mit einem sehr engagierten Landwirtschaftsbetrieb in einer konturangepassten Linienführung für mehr Wasserrückhalt angelegt. Es ist sicherlich das erste derartige System in Europa in dieser Größe!

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„unfuck the world“ in Berlin – baumfeldwirtschaft ist dabei

Heute abend findet in Berlin das „unfuck the world townhall meeting“ statt, ein Initialtreffen für Menschen, die sich vernetzen und die Welt positiv verändern wollen. Es werden ab 18.00 Uhr in der Markthalle 9 in der Eisenbahnstraße 42 in Berlin-Kreuzberg ca. 2000 Besucher*innen erwartet. baumfeldwirtschaft.de wird gemeinsam mit dem Deutschen Fachverband Agroforst den Infostand „unfuck agriculture“ betreuen und um 18:45 auf dem Podium das Thema im Interview erläutern.

Mehr zur Veranstaltung unter https://m.tagesspiegel.de/berlin/unfuck-the-world

Anmeldung unter https://www.eventbrite.com/e/unfuck-the-world-town-hall-meeting-berlin-tickets-61376435571

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Blütenvielfalt statt Monokultur

Blühende Vielfalt: In diesem Agroforstsystem werden derzeit fruchttragende Bäume mit dem Anbau von Bienenweide und Gründüngung zum Humusaufbaui kombiniert.

Wo bisher ein Acker war, wird nun Humus aufgebaut und für Bienen und andere Insekten steht eine reichhaltige Blütenvielfalt bereit. Die anfängliche Investition lohnt sich nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die umgebende Landschaft und die Bevölkerung. Schon jetzt freuen sich Imker im Umfeld über das Refugium für Ihre Nutztiere in der sonst so ausgeräumten Landschaft. Wenn man die Umgebung noch vor 2 Jahren durchwandert hat, wird man den Unterschied bemerken, denn nun wird es auch an heißen Sommertagen spürbar weniger heiß und trocken. In den kommenden Jahren wird sich das sicherlich noch verstärken und wir wollen hoffen, dass in der gesamten Landwirtschaft ein Umdenken geschieht. Vielleicht können wir doch noch flächendeckend zu einerPflegnutzung der Landschaft zurück kommen, die Artenvielfalt erhalten und das Klima stabilisieren? Packen wir es an!

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Keyline Design für Solidarische Landwirtschaft wächst und gedeiht

Luftaufnahme vom Keyline Design, das ich 2018 für die Solidarische Landwirtschaft ‚Minga‘ bei Zürich erstellt und eingemessen habe. Foto von Urs Ambühl.

Die nahe Zürich gelegene Solidarische Landwirtschaft ‚Minga vo Meile‚ hat im Jahr 2018 einen Selbsterntegarten mit ausschließlich mehrjährigen Gemüsen, Stauden, Sträuchern und Bäumen angelegt. Dafür habe ich ein Schlüssellinienmuster (siehe Keyline Design) erstellt und eingemessen. Damit wird der Feuchtigkeitshaushalt der Fläche ausgeglichen, indem die Pflanz- bzw. Beetreihen ein leichtes Gefälle vom feuchteren zum trockenern Bereich der Fläche aufweisen. Die Stellen, an denen es oft zu nass war und wo es zu Oberflächenabfluss kam, werden also hinsichtlich dieser Problematik entschärft. Dort, wo es vorher trockener war, steht mehr Wasser zur Verfügung, das dort außerdem länger gehalten wird und in die Tiefe einsickern kann.
Eine ausführliche Beratung zu Fruchtertragsgehölzen und anderen Aspekten von Agroforstsystemen wurde auch dort in Zusammenarbeit mit den Kollegen von Permagold, PARela und baumfeldwirtschaft.de durchgeführt und zahlreiche Studierende waren vor Ort um sich mit uns über Keyline Design etc. auszutauschen. So wurde schon im Planungsprozess ein wesentliches Ziel der SoLaWi berücksichtigt, nämlich Wissensaustausch und gemeinsames Lernen zu fördern. Das Design, was nun dort angelegt wurde, hat eine Modellcharakter für kleinere und insbesondere solidarische Landwirtschaften.

Kürzlich habe ich einige Aufnahmen bekommen, die zeigen, wie das System jetzt, ein halbes Jahr nach der Anlage aussieht. Das schöne ist, dass dort eine auf Gehölzkulturen basierende, also den Boden nicht störende, Nahrungsmittelproduktion mit Schlüssellinienkultur (siehe Keyline Design), dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und der Selbsternte kombiniert werden. Dadurch ergeben sich nicht nur zahlreiche positive Effekte  für das lokale Ökosystem und das Klima, sondern es entsteht auch ein Ökosystembewusstsein unter der bewirtschaftenden Gemeinschaft.

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Brücker Waldgarten auf der „Karte von morgen“

Das gemeinnützige Projekt „Karte von morgen“ möchte Initiativen für einen sozialen und ökologischen Wandel sichtbar machen und vernetzen. Die Karte ist unter http://kartevonmorgen.org zu finden und jede*r kann hier Projekte und Unternehmen hinzufügen. Der nahe Berlin gelegene Waldgarten „Lummerland“, der zum Projekthaus „Frieda“ in Brück gehört, hat einen eigenen Eintrag und bereits eine erste Bewertung bekommen! Ich freue mich sehr, dass dieses ambitionierte Projekt so auch einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar wird und die örtliche Gemeinschaft vielleicht Zulauf erhält. Natürlich bin ich auch sehr erfreut darüber, dass so vielleicht mehr Menschen vom dortigen Kursangebot erfahren und sich das Wissen, dass es für die gelingende Bewirtschaftung eines Waldgartens braucht, weiter verbreiten kann. Wenn ihr an einem Kurs oder Aktionswochenende im Waldgarten Lummerland teilgenommen habt, dann unterstüzt das Projekt gern mit einem Kommentar auf der „Karte von morgen“ – das ist sicherlich nachhaltiger als in kommerziellen Sozialen Medien (siehe https://digitalcourage.de/themen/facebook/).

 

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Die dünne Haut der Erde

In der derzeitigen Landwirtschaft wird der Boden immer wieder gestört, was zu massiven Verlusten an Biomasse im Boden, besonders an Humus führt. Dadurch schwindet die Fähigkeit der Böden, Nährstoffe und Wasser zu halten und bereitzustellen. Die Folge ist die Auswaschung von Nährstoffen, sinkende Erträge und die Emission großer Mengen von CO2 in die Atmosphäre.

Zu dieser Thematik gibt es jetzt eine Reportage des Deutschlandfunks mit dem Titel „Die dünne Haut der Erde“. In dieser kommt auch der engagierte Bauer Mark Dümichen zu Wort, mit dem ich zusammenarbeite. Er betreibt seit Jahren eine pflegliche Bodenbearbeitung mit minimalen Eingriffen, permanenter Begrünung und dem Einsatz von eigens hergestellten Bodendüngern („Kompost“). Er hat das Dürrejahr 2018 weit besser überstanden als so manch andere Bauern in Brandenburg und arbeitet schon an den nächsten Schritten in Richtung einer regenerativen Landwirtschaft. Derzeit erarbeite ich weitere Klimawandelanpassungsmaßnahmen für seinen Hof.

Die Reportage findet sich unter:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/landwirtschaft-die-duenne-haut-der-erde

Arbeitskarte Planung Agroforstsystem in Keyline Design

Kooperation statt Konkurrenz

Planer von „Permagold“, „PAReLa“ und „Baumfeldwirtschaft.de“ bei der gemeinsamen Flächenplanung

„Kooperation statt Konkurrenz“ ist ein wichtiger Leitsatz, wenn wir weltweit die Land(wirt)schaft verändern wollen. Denn Produktions- und Lebensformen, die auch dauerhaft die biologische Vielfalt und ein stabiles Klima erhalten, können wir nur erschaffen, wenn die Menschen rundherum gut versorgt sind. Da ist es schon eine Aufgabe der Planer und Planerinnen, füreinander zu sorgen und sich die anfallenden Arbeiten so aufzuteilen, dass die bestmöglichen Systeme entsehen können und dabei genug für alle zu tun ist. Da braucht es eine gute Kommunikation und viel Vertrauen, um alte Muster zu durchbrechen und neue Formen des Miteinanders zu finden. In der Szene der „regenerativen Landwirtschaft“ haben viele den Willen, neue Wege zu gehen und ein Klima der Kooperation zu erhalten. Ich wünsche uns allen dabei gutes Gelingen und bin sehr zuversichtlich. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an meine Kollegen Nicolas Haack, Michael Wack, Hendrik Gaede, Markus Stopfer und Daniel Wetzler für die bisherigen gemeinsamen Erlebnisse und die produktive und transparente Zusammenarbeit!