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Keyline Design für SoLaWi umgesetzt

Durch Schlüssellinienkultur (Keyline Design) kann Wasser geleitet und gespeichert werden. Anbausysteme nach diesem Prinzip beugen nicht nur Erosion und Hochwässern nach Extremniederschlägen vor, sie machen Wasser auch in Dürreperioden länger verfügbar.

Für eine Solidarische Landwirtschaft in der Schweiz habe ich kürzlich eine Schlüssellinienkultur (Keyline Design) eingerichtet, die derzeit mit Gehölzkulturen bepflanzt wird. Durch die Anlage der Kulturen und eine zukünftige Bearbeitung mit einem Tiefenmeißel werden das im Boden ziehende Wasser und eventuelle Oberflächenabflüsse gezielt zu den trockeneren Teilen des Geländes geleitet und dort versickert. Die Gehölzkulturen mit ihren tiefgehenden Wurzeln sorgen für eine verstärkte Tiefensickerung und können auch in Trockenperioden das im Boden gespeicherte Wasser erreichen. Die Bemühungen der Bewirtschafter um Bodenbedeckung und Humusaufbau werden die Wasserhaltefähigkeit weiter begünstigen, so dass hier eine nachhaltige Versorgung auch unter den im Klimawandel zunehmenden Dürren gewährleistet werden kann.

Werden solche Systeme in weiten Teilen einer Landschaft eingesetzt und ersetzen z.B. Ackerbau, so ist außerdem mit einer Abkühlung der Landschaft, einer erhöhten Regenwahrscheinlichkeit und einer besseren Grundwasserneubildung zu rechnen.

Mehr Hintergrundinformationen zur Schlüssellinienkultur (Keyline Design) finden sich in folgenden Publikationen:

Ryan, Justin A., et al. 2015. Modelling the Potential of Integrated Vegetation Bands (IVB) to Retain Stormwater Runoff on Steep Hillslopes of Southeast Queensland, Australia. Land. 4, 2015, S. 711-736.
Ryan, Justin G., McAlpine, Clive A. und Ludwig, John A. 2010. Integrated vegetation designs for enhancing water retention and recycling in agroecosystems. Landscape Ecology. 25, 2010, S. 1277–1288.

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Staub

Bilder wie diese sieht man derzeit fast überall auf Äckern in Deutschland: Was zunächst anmutet wie Nebel, ist Staub. Die Böden sind nach dem Sommer ohne Regen ausgedörrt, Humus gibt es durch die Bewirtschaftungsgeschichte fast überhaupt sind. Gehölze, die Austrocknung vermindern könnten und den Wind bremsen, fehlen auf weiter Strecke. So wird vom Wind davongeblasen, was das wertvollste ist: Die leichten Anteile des Bodens, die ihm sonst seine Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeit geben. Zurück bleibt ein noch reinerer Sand, der noch weniger Ertrag liefert.

Brandenburg, September 2018. Ein leichter Wind bläst die wertvollsten Teile des Bodens fort. Nach 6 Monaten fast ohne Regen werden die Probleme unserer Landnutzung nun hoffentlich auch für die allerletzten offensichtlich.

Dass Gehölzkulturen eine einfache Lösung sind und dabei noch vielfältige Erträge liefern können ist hinlänglich bekannt. Wann werden die Landnutzer aufwachen und etwas ändern? Es ist jedenfalls allerhöchste Zeit!

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Kurs: Kreisläufe schließen – Terra Preta, Komposttoiletten und Pflanzenkohle herstellen

Vom 31.August bis 2. September wird es im Zukunftszentrum Nieklitz einen Praxiskurs mit mir geben. Inhalt wird sein:

  • Terra Preta verstehen und standortgerecht anwenden
  • Bau mehrerer Kompost-Trenntoiletten – erprobtes und gut funktionierendes Design, leicht nachzubauen und in eigenen Projekten integrierbar
  • Pflanzenkohle-Herstellung im offenen Verfahren („Kon-Tiki“-Methode) mit Gerät und ohne Hilfsmittel für jeden Standort
  • Wurmkompost und Heißkompost sowie Kompost-Tee herstellen
  • Fermentation mit Mikroorganismen
  • Planung und Optimierung von Stoffkreisläufen in Waldgarten, Selbstversorgung und Regenerativer Landwirtschaft
  • Hintergründe, Geschichte und Ökologie
  • Eigene Projekte planen und optimieren

Der Kurs kostet inklusive Bio-Vollverpflegung nur 230€ bei Übernachtung im Bett, 200€ bei Übernachtung im eigenen Zelt oder Auto.

Natürlich soll das kein Allerwelts-Kurs werden. Ich werde Terra Preta, Komposttoiletten, verschiedene Kompostierverfahren, den Mikroorganismen-Hype usw. natürlich wieder von der ökologischen Seite her beleuchten und mit einigen Daten unterfüttern. Dazu kommt meine übliche Portion Geschichte und Politik, sicher auch einiges an Musik und Tanz 🙂 Vor allem werden wir an dem Wochenende aber die Werkstatt des Zukunftszentrums, den neu angelegten Waldgarten und den Rest des Geländes zur Verfügung haben, um ein wunderbar einfaches aber effektives Kompost-Trenntoiletten-Design in mehrfacher Ausführung zu bauen, so dass es jede(r) zuhause nachbauen kann. Wir werden auf die Suche nach Mikroorganismen gehen und uns ganz praktisch mit Fermentation und Kompostierung befassen. Wenn ihr Interesse daran habt, an eurem Ort geschlossene Nährstoffkreisläufe zu schaffen, dann ist dieser Kurs sicher das Richtige für euch.

Eine genauere Beschreibung des Kurses gibt es auf der Kurs-Seite, Anmeldung und Kontakt zum Organisationsteam findet ihr auf wirbauenzukunft.de. Direkt zur Anmeldung geht es hier.