Karte-von-morgen-Lummerland

Dürre, Hagel, Stürme – wer zeigt Lösungen auf?

Die Probleme werden offensichtlich – aber wer schreibt über Lösungen? Es wäre doch so einfach!

Das Jahr 2018 brachte eine extreme Dürre mit sich, die in der Landwirtschaft schwere Schäden verursacht hat. Auch auf Landschaftsebene gibt es gewaltige Probleme, wie das massive Absterben von Waldbäumen, ein Absinken des Grundwasserspiegels und damit verbunden eine große Unsicherheit in der Trinkwasserversorgung.

Noch können solche Extremwetterlagen teilweise ausgeglichen werden, indem in der Landwirtschaft bewässert wird und indem Trinkwasser aus anderen Regionen zugeführt wird. Doch durch diese Maßnahmen verschärft sich die Problematik, da der Grundwasserspiegel weiter absinkt und somit ein Speicher angezapft wird, der sich so schnell nicht erholen kann. Denn, wie der IPCC in seinem Sonderbericht vom September 2018 darstellt, werden Dürrejahre wie 2018 in Zukunft immer häufiger auftreten oder sogar die Regel sein, wenn sich das Klima weiter so entwickelt wie bisher. Gleichzeitig kommen Starkniederschläge, Hochwässer, Schlammlawinen, Erosion, Ernteausfälle etc.

Doch das alles muss ja nicht sein: Eine der einfache und billige Lösung ist eine Umstellung unserer Landnutzung, wie sie z.B. auf http://baumfeldwirtschaft.de angeboten wird. Durch die Anlage von gehölzbasierten Produktionssystemen schaffen wir klimawandelsichere Landwirtschaftsbetriebe, stabile Gärten und Siedlungsstrukturen, die auch in Zukunft nicht überhitzen. Doch wer berichtet über diese Lösungsmöglichkeiten?

Bisher gibt es dazu leider kaum Berichterstattung. Diese wird aber dringend gebraucht, damit die Leute, die Land nutzen, also vor allem Bauern und Bäuerinnen, an die notwendigen Informationen kommen. Denn dass es Probleme gibt, merken diese schon lange und suchen nach Lösungen. Was es braucht ist also der Brückenschlag zwischen Leuten, die Lösungen anbieten und denen, die sie brauchen. Deshalb rufe ich dazu auf, so vielen Menschen wie möglich davon zu berichten, wie einfach es sein kann, das eigene Land oder die gemeinde, ind er man lebt, umzugestalten, so dass diese Orte auch in Zukunft eine stabile Basis für ein Einkommen und ein gutes Leben bieten.

Ich wünsche mir Schlagzeilen wie:

„Bauer freut sich über stabile Erträge – dank Investition in Agroforst-Planung“

„Acker weicht Baumkulturen – keine Probleme mehr mit Klimawandel“

„Forstwirt sagt der Dürre den Kampf an“

„Trotz Dürre: Nussbaum-Ertragsanlagen in Brandenburg mit Rekordernte“

„Bauer steigt auf Agroforst um – kein Wassermangel mehr“

„Klimawandel umkehrbar – mit Bäumen runter vom Holzweg“

„Vom Hochwasserentstehungsgebiet zum Wasserspeicher – mit Humusaufbau und Bäumen wachsen reichhaltige Produktionslandschaften“

„Dorf bleibt im Sommer kühl – Bürger*innen danken Agroforst-Pionier“

„Essbare Stadt krisensicher, Einwohner*innen zufriedener“

„Naturschutz und Jagd zufrieden – Agroforstsysteme steigern Struktur- und Artenvielfalt“

Karte-von-morgen-Lummerland

Einsamkeit, Präsenz und Nachhaltigkeit

Präsenz ist mehr als bloße Anwesenheit.

Für mich bedeutet präsent sein, authentisch da zu sein, Zeuge der eigenen und der Gefühle anderer zu sein und mit all diesen nach bestem Können liebevoll umzugehen. Auch wenn ich nicht immer etwas für andere oder für mich tun kann, so erfüllt es mich doch, wenn ich den liebevollen, ernstgemeinten Versuch erkenne.

Wenn wir umgeben sind von Menschen, die zwar da, aber nicht wirklich präsent sind, werden wir einsam. Wir finden keinen Kontakt, keine Berührung mit anderen oder uns selbst.

Einsamkeit ist mehr als Alleinsein.

Denn Alleinsein ist selbst gewählt, Einsamkeit ungewollt. Und einsam sein kann man eben auch, wenn man von vielen Menschen umgeben ist.

Ohne Kontakt und Berührung, wirklich einsam,  kann man auch sein, wenn man physisch berührt wird.

Diese Einsamkeit ist eine unglaublich schmerzvolle, gewaltsame Erfahrung.

Deshalb brauchen wir es, präsent zu sein. Der größte Teil der Menschheit sehnt sich nach Präsenz, also nach Authentizität, Liebe und Geborgenheit. Nach dem Ende der Einsamkeit.

Welche Strukturen brauchen wir, um einen authentischen, liebevollen Kontakt zu haben, der uns erfüllt, die Einsamkeit nimmt und uns wirklich miteinander verbindet?

Was müssen wir dafür können, was sollten wir jedem kleinen Menschen mit auf den Weg geben?

Wie müssen wir unsere Umgebung gestalten, um das zu erreichen?

Ich bin mir sicher, dass Verbindung und Geborgenheit lernbar sind. Aber sie sind ein Gemeinschaftswerk, ein Allmendegut. Einserseits braucht es dazu physische Räume, die uns auf allen Ebenen nähren. Auf der anderen Seite müssen auch immaterielle Räume geschaffen werden, die es noch viel zu wenig gibt: Umgebungen, in denen wir sein dürfen, wie wir sind, ohne verurteilt oder bewertet zu werden. In denen wir weinen dürfen, Lust haben, Freude haben an und Angst vor den Dingen, die wir persönlich fürchten oder uns wünschen.

Der Weg dahin ist noch weit. Ich werde ihn weiter gehen mit dem Versuch, Landschaft, Dörfer, Gemeinden etc. zu gestalten, die ökologisch stabil sind und Geborgenheit schaffen können. Ich werde weiter daran arbeiten, authentisch zu sein und andere zur Authentizität zu ermutigen. Ich will damit einen gewaltfreien Raum schaffen, in dem man wirklich präsent sein kann, empathisch mit sich selbst und anderen.

Denn erst mit dem ehrlichen Kontakt von Herz zu Herz, von Seele zu Seele, wird die Einsamkeit zurücktreten und wir bekommen die Möglichkeit, unser Miteinander und den Umgang mit unserer Umwelt gemeinsam zu gestalten.

Nur wenn wir nicht mehr den Schmerz der Einsamkeit in uns herumtragen, können wir mit voller Kraft etwas weiteres möglich machen, das wir dringend brauchen:

Nachhaltigkeit.

 

 

Karte-von-morgen-Lummerland

Traum

von Hermann Hesse

Es ist immer derselbe Traum:
Ein rot blühender Kastanienbaum,
Ein Garten, voll von Sommerflor,
Einsam ein altes Haus davor.

Dort, wo der stille Garten liegt,
Hat meine Mutter mich gewiegt;
Vielleicht – es ist so lange her –
Steht Garten, Haus und Baum nicht mehr.

Vielleicht geht jetzt ein Wiesenweg
Und Pflug und Egge drüber weg,
Von Heimat , Garten, Haus und Baum
Ist nichts geblieben als mein Traum.

Von welchen Landschaften träumen wir? Und wie sieht es um uns herum aus? Warum?