Hof Schreiber

Der Hof Schreiber im Landkreis Wolfenbüttel bewirtschaftet 230 ha mit Getreide, Mais, Zuckerrüben und Raps. Tonige Lehmböden und Hänge mit 10–20 % Gefälle führten wiederholt zu Erosion und Sturzfluten – drastisch sichtbar beim Hochwasser 2007 in Neindorf. 

Statt nur Schäden zu beheben, wurde die Bewirtschaftung grundlegend weiterentwickelt: Ziel war produktiver Wasserrückhalt, Bodenschutz und weniger Risiko für die Dörfer. Erst mit der Aufnahme der Agroforstwirtschaft in die Agrarförderung 2023 wurde ein praktikabler Einstieg möglich. 

In enger Abstimmung mit Verwaltung und Planung entstand ein standortspezifisches System, das Förderfähigkeit, Maschinentauglichkeit und maximalen Rückhalt ausbalanciert. Ergebnis: Auf rund 16 ha Acker wurden 2,3 ha Agroforststreifen mit ca. 5 000 Pappeln, 210 Heckensträuchern und 70 Wertholzbäumen etabliert; zusätzlich ca. 975 m Hangwässergräben mit fast 400 m³ Retentionsvolumen. Das entspricht dem vollständigen Rückhalt von etwa 57 mm Niederschlag in einer Stunde; selbst bei 100 mm würde der Abfluss um nahezu zwei Drittel sinken und kontrolliert versickern. 

Das Projekt verbindet viele Interessen: Der Betrieb sichert Ertrag und Boden, die Naturschutzbehörde gewinnt Biotopverbund, Gemeinde und Landkreis stärken den Sturzflut- und Hochwasserschutz. Es zeigt, dass klimaaktive Landwirtschaft auch konventionell funktioniert – vorausgesetzt, Planung, Erfahrung und passende Förderung ermöglichen flexible, regional angepasste Lösungen.