Hof Düpow
Der Hof Düpow in der Prignitz bewirtschaftet über 500 Hektar Ackerland, davon etwa 80 Prozent auf Pachtland. Angebaut werden Raps, Getreide, Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Kartoffeln und Spargel. Wiederkehrende Trockenheit, Winderosion und Extremwetter führten zu einem Kurswechsel: Die Landschaft sollte widerstandsfähiger werden, Grundwasserentnahmen für Beregnung möglichst entfallen und die Biodiversität zunehmen.
Ab 2019 plante Philipp Gerhardt die ersten Agroforststrukturen und ab Frühjahr wurden sie 2020 umgesetzt, in Form von in die Felder integrierten Streifen aus Pappeln und heckenartigen Gehölzstrukturen, teils als Dauerkultur, teils weiter als Acker oder Grünland geführt. Diese Initialzündung motivierte Betriebsleiter Rainer Guhl, weiter in Richtung einer klimaaktiven Flächenstruktur mit Verdunstungskühlung, Taubildung, Windbremse und somit einem massiven Vorteil beim Abpuffern von Dürren zu gehen. Heute stehen auf etwa 75 Hektar Agroforstflächen rund 6,5 Hektar Gehölze – knapp neun Prozent. Die Streifen brechen Wind, reduzieren Verdunstung und Bodenerosion und verbessern das Mikroklima.
Die Bewirtschaftung der Flächen läuft dabei genauso effizient wie vorher. Berichtet werden stabilere, teils steigende Erträge auf den Agroforstschlägen. Positiv wirkt sich auch das sichtbar verantwortungsvolle Management gegenüber der Allgemeinheit aus: Boden, Wasser und Landschaft werden geschützt, was Akzeptanz schafft. Der Hof ist so zu einem regionalen Beispiel geworden, wie konventioneller Ackerbau wirtschaftliche Tragfähigkeit mit Landschaftsqualität verbinden kann und die Feldflur wieder einladender für Menschen macht.
Mehr über den Hof Düpow als Pionierbetrieb auch im Buch “Langsames Wasser, kühlendes Grün” von Dr. Philipp Gerhardt und Dr. Sassa Franke.