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Mit Axt und Säge – Werkzeug & Arbeitstechnik für Waldgärtner*innen

11. September @ 16:00 - 13. September @ 16:30

300€

Kleine Landwirtschaften, Selbstversorger*innen und Gemeinschaften wollen oder müssen vieles mit Muskelkraft bewegen. Wie kann fossilfreie Arbeit mit Leichtigkeit, gesundem Rücken und Spaß am Miteinander gelingen? In diesem Kurs lernt ihr: Äxte, Sägen, Messer etc. pflegen und rasiermesserscharf schleifen –  Bau- und Brennholz ernten & lagern, schwere Lasten bewegen, Kräfte vervielfältigen – Werkzeuge beurteilen und die richtigen anschaffen. Ihr übt selbst am stehenden und liegenden Stamm. Ideal für alle, die einen Wald oder Waldgarten enkeltauglich bewirtschaften wollen.

Inhalt

In diesem Kurs steht die Praxis im Vordergrund. Es werden viele Späne fliegen! Wir werden Sägen, Äxte und andere Werkzeuge, die man zur Bewirtschaftung eines Wald(-Gartens) braucht schärfen, pflegen und ergonomisch nutzen lernen:

  • Gemeinsam den richtigen Rhythmus finden: 2-Personen-Sägen, Axt-Arbeit mit dem richtigen Groove, zusammen hebeln, ziehen und heben…
  • Schrotsägen, Hobelzahn-, und andere Hochleistungssägen; Ein- und Zweipersonensägen richtig nutzen; restaurieren, schränken, schärfen; Baumfällung und Verarbeitung;  Sägenauswahl für trockenes, feuchtes, hartes oder weiches Holz, für Längs- und für Querschnitte
  • Fäll-, Spalt- und andere Äxte; Restaurieren, Schneide herstellen, schärfen, einstielen; Einsatz bei Baumfällung und Aufarbeitung
  • Gertel &Heppen: Einsatz im Niederwald, Einrichten und Schärfen
  • Messer schärfen
  • Sappel, Packzangen, Spaltkeile richtig nutzen
  • Kabelzug und Drahtseile sicher einsetzen
  • Flaschenzüge improvisieren: Muskelkraft vervielfältigen mit Hanfseilen und verschiedenen Knoten

Am Ende des Kurses hast du einen Überblick und kennst den Weg, um dein Selbstversorger*innen- oder Gemeinschaftsprojekt in Sachen Gehölznutzung auf eine wirklich enkeltaugliche Wirtschaftsweise umzustellen. Du kannst Messer, Sägen, Äxte und mehr selbst schärfen und hast deren Gebrauch am stehenden und liegenden Baum geübt. Wenn du eigene alte oder neue Werkzeuge hast und dir über den Umgang damit unsicher bist, bringe sie gern zum Kurs mit.

Das Bekenntnis zu einer enkeltauglichen Lebensweise scheint oft ein großer Schritt, wenn man auf Traktor, Motorsäge oder schon einen Rasenmäher verzichten möchte. Doch du wirst staunen, was man mit gutem Handwerkzeug, ein paar Tricks und Kniffen bewerkstelligen kann! Der persönliche Austritt aus dem fossilen Zeitalter wird so zwar nicht zum Spaziergang, aber mit einer guten Basis fällt alles viel leichter, als sich die meisten vorstellen können. Im gemeinschaftlichen Waldgarten erfährst und verinnerlichst du neues altes Wissen: Du nimmst den höchsten Stand fossilfreier Techniken mit, um danach mit mehr Leichtigkeit in ein zukunftsfähiges Leben zu starten.

Da in den vergangenen Jahrzehnten die fossile Energie billig und überall verfügbar wurde, geriet vieles in Vergessenheit – doch noch können wir auf altes Wissen zurückgreifen und den höchsten Entwicklungsstand vor dem fossilen Zeitalter wieder nutzbar machen! Dies ist auch wichtig, denn das Versprechen einer „grünen Technologie“ wird nie eine Wende in der zerstörerischen Ressourcennutzung der Menschen bringen. Wirkliche Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung und wir müssen herausfinden, auf welcher technologischen Ebene sich eine pflegliche Nutzung der Naturressourcen realisieren lässt.

Ein Ansatzpunkt hierfür ist das Konzept der Ökosystemkultur. Aus diesem kann man ableiten, dass nur diejenige Technologie nachhaltig sein kann, die das kollektive Ökosystemverständnis nicht überfordert. Da dies nur der Fall ist, wenn eines oder nur wenige Ökosysteme genutzt werden, kommt für den Großteil des Bedarfs nur Technologie in Frage, die aus der unmittelbaren Umgebung und in gemeinschaftlichen Prozessen herstellbar und zu erhalten ist. Wir wollen daher in diesem Kurs Werkzeuge kennen, nutzen und erhalten lernen, die diesen Kriterien entsprechen.

Eigene Themenwünsche können im Vorhinein oder vor Ort besprochen und ggf. im Kurs thematisiert werden. Den Rahmen für den Kurs bietet der Waldgarten „Lummerland“, der von einer Gemeinschaft bewirtschaftet wird und in dem wir viele Anschauungsobjekte finden. Die Anlage von Waldgärten, Agroforstsystemen und essbaren Wäldern, sowie weitere Aspekte von deren Bewirtschaftung werden in den Kursen Waldgarten I – „Rationelles Design von Waldgärten und Agroforstsystemen“ und „Waldgärten und Agroforstsysteme II – Umsetzung & Bewirtschaftung“ (siehe Termine) behandelt.

 

Voraussetzungen & Ziele

Der Kurs richtet sich an alle, die gern eine nachhaltige gemeinschaftliche oder selbst-Versorgung erreichen wollen und wissen möchten, wie sie das praktisch bewerkstelligen können. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, auch Leute mit „zwei linken Händen“ sind willkommen. Die Anlage von Waldgärten, Agroforstsystemen und essbaren Wäldern, sowie weitere Aspekte von deren Bewirtschaftung werden in den Kursen Waldgarten I – „Rationelles Design von Waldgärten und Agroforstsystemen“ und „Waldgärten und Agroforstsysteme II – Umsetzung & Bewirtschaftung“ (siehe Termine) behandelt.

Nach dem Kurs kennt ihr euch soweit aus, dass ihr gutes Werkzeug erkennen und neu oder gebraucht beschaffen könnt. Ihr habt am Beispiel der klassischen Waldarbeitswerkzeuge gelernt, wie man Werkzeuge wieder herrichtet, einstellt, pflegt, repariert und für lange Zeit gebrauchsfähig hält. Ihr könnt einschätzen, welches Werkzeug sich für welchen Zweck eignet und wie man es sicher und ergonomisch günstig nutzt. Ihr kennt einige Tricks und Kniffe, mit denen ihr effizienter arbeiten und eure Kraft vervielfältigen könnt. Ihr wisst, wie man verschiedene Sägen, Gertel, Äxte, Sappel, Wendehaken etc. benutzt, wie man einen Baum fällt und verarbeitet und die verschiedensten Hilfskonstruktionen wie Dreibeine, Flaschenzüge und Stapelhilfen baut. Ihr wisst, welche Fähigkeiten ihr noch braucht, welche Lernangebote sich für euch lohnen und wo ihr auf professionelle Leistungen zurückgreifen solltet.

Für den Aufbau eines Gemeinschafts- oder Selbstversorgerprojekts könnt ihr nun besser einschätzen, wo ihr auf fossile Energie verzichten könnt und mit eurer eigenen Kraft und gutem Werkzeug trotzdem viel schafft.

Anreise

Brück liegt im nördlichen Fläming. Aus dem Südwesten Berlins ist es in einer halben Stunde zu erreichen, von Leipzig sind es ca. anderthalb Stunden.

Der Bahnhof Brück (Mark) an der Linie des RE 7 zwischen Berlin und Bad Belzig ist ca. 20 Gehminuten entfernt vom Projekthaus ‚Frieda‘.

Kosten

Die Kursgebühr inklusive Vollwert-Bio-Verpflegung (Frühstück, Mittag, Abendessen) kostet für Privatzahler 350 €, ermäßigt 300 € (Bitte bei der Anmeldung anfragen). Für Mitarbeiter*innen von Unternehmen und Organisationen beträgt der Teilnehmerbeitrag pro Person 400 €.

Unterkunft & Verpflegung

Für alle Teilnehmenden gibt es ohne zusätzliche Kosten für die Dauer des Kurswochenendes die Möglichkeit, im Waldgarten zu zelten. Ein einfaches Matratzenlager für die Nächtigung mit Schlafsack/ eigener Bettwäsche, mit gemeinsam genutztem Bad (Dusche, WC) kann für 5 € pro Nacht genutzt werden. Dies bitte bei der Anmeldung mit angeben, die Gebühr dafür ist vor Ort in bar zu bezahlen. Alternativ stehen in der Umgebung Unterkünfte in Gasthöfen zur Verfügung, um die man sich selbst kümmern kann.
Frühstück, Mittag- und Abendessen werden biologisch, vegetarisch und so regional wie möglich frisch zubereitet und sind im Kurs mit inbegriffen.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular hier.

Anmeldungen sind für diese Veranstaltung geschlossen

oder per Email an philipp.gerhardt[ÄTT]baumfeldwirtschaft.de

Bei der Anmeldung anzugeben sind:

  • Name, Adresse, Telefonnummer, Unternehmen
  • Preiskategorie (Privatzahler/ ermäßigt/ Unternehmen)
  • 1-2 Sätze zu Vorwissen, besonderem Interesse und Wünschen
  • Unterbringungsart (eigenes Zelt/ Matratzenlager/ extern)

Rückfragen auch gern telefonisch (OI7O I56 4O 42, siehe Kontakt).

Ablauf

Wenn ihr am Freitag zu 15 Uhr angereist seid, geht es um 16 Uhr los. Wir werden uns gemeinsam den Werkzeugen und Techniken für eine fossilfreie Selbstversorgung aus dem Waldgarten  widmen und etwas zu deren Geschichte und  Grundlagen hören, sowie die ersten praktischen Erfahrungen sammeln. Am Samstag und Sonntag wird es dann noch praktischer, wenn wir das Gelände des Veranstaltungsortes nutzen, um die verschiedensten Techniken zu sehen und selbst zu üben. Die Erfahrung zeigt, dass es oft Sinn hat, manche Punkte nach Interesse der Gruppe vorzuziehen oder zu verschieben, weshalb ich hier nur die Zeiten angebe.

Die Kurszeiten sind:

Freitag nachmittags von 16-19 Uhr

Samstag vormittags von 9-13 Uhr

Samstag nachmittags von 14.30-18 Uhr

Sonntag vormittags von 9-13 Uhr

Sonntag nachmittags von 14.30-16.30 Uhr

Anmeldungen sind für diese Veranstaltung geschlossen

Details

Beginn:
11. September @ 16:00
Ende:
13. September @ 16:30
Eintritt:
300€
Website:
http://baumfeldwirtschaft.de/termin/fossilfreikurs-2020-09

Veranstalter

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt
Projekthaus „Frieda“

Veranstaltungsort

Projekthaus „Frieda“
Straße des Friedens 85
Brück, Brandenburg 14822 Deutschland
+ Google Karte
Telefon:
+4917645912946
Website:
http://die-frieda.org