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Selbstversorgung fossilfrei – Werkzeuge und Techniken für Waldgärtner*innen

20. September 2019 @ 15:00 - 22. September 2019 @ 16:00

300€
Fossilfreies Arbeiten mit Leichtigkeit und hoher Leistung: Mit den richtigen Werkzeugen kein Problem!

In diesem Kurs lernst du, welche Werkzeuge und Techniken wir nutzen können, um ohne den Einsatz fossiler Rohstoffe Land zu bewirtschaften und eine solide Selbstversorung aufzubauen. Das Bekenntnis zu einer enkeltauglichen Lebensweise scheint oft ein großer Schritt, wenn man auf Traktor, Motorsäge oder schon einen Rasenmäher verzichten möchte. Doch du wirst staunen, was man mit gutem Handwerkzeug, ein paar Tricks und Kniffen bewerkstelligen kann! Der persönliche Austritt aus dem fossilen Zeitalter wird so zwar nicht zum Spaziergang, aber mit einer guten Basis fällt alles viel leichter, als sich die meisten vorstellen können. Im gemeinschaftlichen Waldgarten erfährst und verinnerlichst du neues altes Wissen: Du nimmst den höchsten Stand fossilfreier Techniken mit, um danach mit Leichtigkeit in ein zukunftsfähiges Leben zu starten.

In diesem Kurs steht die Praxis im Vordergrund. Wir werden Sägen, Äxte und andere Werkzeuge, die man zur Bewirtschaftung eines (Wald-)Gartens braucht schärfen, pflegen und ergonomisch nutzen lernen. Wenn du eigene alte oder neue Werkzeuge hast und dir über den Umgang damit unsicher bist, bringe sie gern zum Kurs mit.

Einige Fragen, die beantwortet werden sollen, sind:

  • Wie bewirtschafte, pflege und ernte ich Gehölze im Waldgarten mit Handwerkzeugen und Muskelkraft?
  • Komme ich als Selbstversorger*in ohne Motorsäge, Freischneider und Traktor aus?
  • Wie können wir gemeinsam mit Muskelkraft Großes bewegen?
  • Wie halte ich meinen Rücken gesund und arbeite mit minimalem Energieaufwand?
  • Welche Werkzeuge brauche ich als einzelne(r) oder Gemeinschaft und welche nicht?
  • Wie halte ich Äxte, Sägen, Gertel etc. immer rasiermesserscharf?
  • Wie muss ein Waldgarten oder ein Selbstversorgerhof aufgebaut sein, um mit Leichtigkeit und ohne fossile Rohstoffe zu funktionieren?

Am Ende des Kurses hast du einen Überblick und kennst den Weg, um dein Selbstversorger*innen- oder Gemeinschaftsprojekt auf eine wirklich enkeltaugliche Wirtschaftsweise umzustellen.


Da in den vergangenen Jahrzehnten die fossile Energie billig und überall verfügbar wurde, geriet vieles in Vergessenheit – doch noch können wir auf altes Wissen zurückgreifen und den höchsten Entwicklungsstand vor dem fossilen Zeitalter wieder nutzbar machen! Dies ist auch wichtig, denn das Versprechen einer „grünen Technologie“ wird nie eine Wende in der zerstörerischen Ressourcennutzung der Menschen bringen. Wirkliche Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung und wir müssen herausfinden, auf welcher technologischen Ebene sich eine pflegliche Nutzung der Naturressourcen realisieren lässt.

Ein Ansatzpunkt hierfür ist das Konzept der Ökosystemkultur. Aus diesem kann man ableiten, dass nur diejenige Technologie nachhaltig sein kann, die das kollektive Ökosystemverständnis nicht überfordert. Da dies nur der Fall ist, wenn eines oder nur wenige Ökosysteme genutzt werden, kommt für den Großteil des Bedarfs nur Technologie in Frage, die aus der unmittelbaren Umgebung und in gemeinschaftlichen Prozessen herstellbar und zu erhalten ist. Wir wollen daher in diesem Kurs Werkzeuge kennen, nutzen und erhalten lernen, die diesen Kriterien entsprechen und die wir vor allem für die Bewirtschaftung von Waldgärten und ähnlichen Versorgungssystemen brauchen.

  • Sägen: Schrotsägen, Hobelzahn-, und andere Hochleistungssägen; Ein- und Zweipersonensägen richtig nutzen; restaurieren, schränken, schärfen; Baumfällung und Verarbeitung;  Sägenauswahl für trockenes, feuchtes, hartes oder weiches Holz, für Längs- und für Querschnitte
  • Äxte: Fäll-, Spalt- und andere Äxte; Restaurieren, Schneide herstellen, schärfen, einstielen; Einsatz bei Baumfällung und Aufarbeitung
  • Gertel/Heppen: Einsatz im Niederwald, Einrichten und Schärfen
  • Stauden-, Gras- und andere Sensen: Dengeln, schärfen, reparieren, einstellen und ergonomisch mähen
  • Messer schärfen
  • Sappel, Packzangen, Spaltkeile
  • Kabelzug und Drahtseile nutzen
  • Flaschenzüge improvisieren: Muskelkraft vervielfältigen mit Hanfseilen und verschiedenen Knoten

Gern sollen auch eigene Werkzeuge mitgebracht werden, zu denen es Fragen gibt, die optimiert oder restauriert werden sollen! Darüber hinaus werden wir uns unter anderem folgenden Themen widmen:

  • Nieder- und Mittelwald: Anlage, Bewirtschaftung, Ernte
  • Flechten von Hordengattern/ Hürden,
  • Kopf- und Schneitelbäume erziehen, pflegen und nutzen
  • Brenn- und Nutzholz ergonomisch rücken, stapeln und trocknen.
  • Lebende Zäune, Benjeshecken, Totholzzäune, Wildschutz
  • Bäume richtig pflanzen und pflegen

Eigene Themenwünsche können im Vorhinein oder vor Ort besprochen und ggf. im Kurs thematisiert werden. Den Rahmen für den Kurs bietet der Waldgarten „Lummerland“, der von einer Gemeinschaft bewirtschaftet wird und in dem wir viele Anschauungsobjekte finden.

 

Voraussetzungen & Ziele

Einige wichtige Werkzeuge im Waldgarten. Wichtig zu wissen ist, wie man sie stets scharf hält, ergonomisch, kraftsparend und sicher benutzt. Dann macht die Arbeit Freude und die Werkzeuge halten über Generationen.

Der Kurs richtet sich an alle, die gern eine nachhaltige gemeinschaftliche oder selbst-Versorgung erreichen wollen und wissen möchten, wie sie das praktisch bewerkstelligen können. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, auch Leute mit „zwei linken Händen“ sind willkommen. Als Ergänzung empfiehlt sich der Kurs „Rationelles Design von Waldgärten und Agroforstsystemen“.

Nach dem Kurs kennt ihr euch soweit aus, dass ihr gutes Werkzeug erkennen und neu oder gebraucht beschaffen könnt. Ihr wisst dann, wie man Werkzeuge wieder herrichtet, einstellt, pflegt, repariert und für lange Zeit gebrauchsfähig hält. Ihr wisst dann, welches Werkzeug sich für welchen Zweck eignet und wie man es sicher und ergonomisch günstig nutzt. Ihr kennt einige Tricks und Kniffe, mit denen ihr effizienter arbeiten und eure Kraft vervielfältigen könnt. Ihr wisst, wie man Sensen, verschiedene Sägen, Gertel, Äxte, Sappel, Wendehaken etc. benutzt, wie man einen Baum fällt und verarbeitet und die verschiedensten Hilfskonstruktionen wie Dreibeine, Flaschenzüge und Stapelhilfen baut. Ihr wisst, welche Fähigkeiten ihr noch braucht, welche Lernangebote sich für euch lohnen und wo ihr auf professionelle Leistungen zurückgreifen solltet.

Ein Selbstversorgerprojekt könnt ihr dann so aufbauen, dass ihr auf fossile Energie verzichten könnt und mit eurer eigenen Kraft und gutem Werkzeug trotzdem viel schafft, so dass ihr für eure Arbeit einen guten Ertrag bekommt.

Anreise

Brück liegt im nördlichen Fläming. Aus dem Südwesten Berlins ist es in einer halben Stunde zu erreichen, von Leipzig sind es ca. anderthalb Stunden.

Der Bahnhof Brück (Mark) an der Linie des RE 7 zwischen Berlin und Bad Belzig ist ca. 20 Gehminuten entfernt vom Projekthaus ‚Frieda‘.

Kosten

Das Kurswochenende inklusive Vollwert-Bio-Verpflegung (Frühstück, Mittag, Abendessen) kostet für Privatzahler 300 €, ermäßigt 250 € (Bitte bei der Anmeldung anfragen). Für Mitarbeiter*innen von Unternehmen und Organisationen beträgt der Teilnehmerbeitrag pro Person 400 €. Eine einfache Unterbringung in Mehrbettzimmern mit gemeinsam genutztem Duschbad/WC oder im eigenen Zelt im Waldgarten ist für alle Teilnehmenden ohne zusätzliche Kosten vorhanden.

Unterkunft & Verpflegung

Für alle Teilnehmenden gibt es ohne zusätzliche Kosten für die Dauer des Kurswochenendes die Möglichkeit, mit eigenem Schlafsack/ eigener Bettwäsche im Matratzenlager mit gemeinsam genutztem Bad (Dusche, WC) zu übernachten, oder im Waldgarten zu zelten. Wenn dies nicht gewünscht ist, können sich die Teilnehmenden in der Umgebung selbstständig eine Unterkunft organisieren.
Frühstück, Mittag- und Abendessen werden biologisch, vegetarisch und so regional wie möglich frisch zubereitet und sind im Kurs mit inbegriffen.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular hier.

Anmeldungen sind für diese Veranstaltung geschlossen

oder per Email an philipp.gerhardt[ÄTT]baumfeldwirtschaft.de

Bei der Anmeldung anzugeben sind:

  • Name, Adresse, Telefonnummer, Unternehmen
  • Preiskategorie (Privatzahler/ ermäßigt/ Unternehmen)
  • 1-2 Sätze zu Vorwissen, besonderem Interesse und Wünschen

Rückfragen auch gern telefonisch (OI7O I56 4O 42, siehe Kontakt).

Ablauf

Wenn ihr am Freitag angereist seid, geht es um 16 Uhr los. Wir werden uns gemeinsam den Werkzeugen und Techniken für eine fossilfreie Selbstversorgung aus dem Waldgarten  widmen und etwas zu deren Geschichte und  Grundlagen hören, sowie die ersten praktischen Erfahrungen sammeln. Am Samstag und Sonntag wird es dann noch praktischer, wenn wir das Gelände des Veranstaltungsortes nutzen, um die verschiedensten Techniken zu sehen und selbst zu üben. Die Erfahrung zeigt, dass es oft Sinn hat, manche Punkte vorzuziehen oder zu verschieben, weshalb ich hier nur die Zeiten angebe.

Die Kurszeiten sind:

Freitag nachmittags von 16-19 Uhr

Samstag vormittags von 9-13 Uhr

Samstag nachmittags von 14-18 Uhr

Sonntag vormittags von 9-13 Uhr

Sonntag nachmittags von 14-16 Uhr

Anmeldungen sind für diese Veranstaltung geschlossen

Details

Beginn:
20. September 2019 @ 15:00
Ende:
22. September 2019 @ 16:00
Eintritt:
300€
Website:
http://baumfeldwirtschaft.de/termin/fossilfreikurs-2019-09-20/

Veranstalter

Dipl.-Forstwirt Philipp Gerhardt
Projekthaus „Frieda“

Veranstaltungsort

Projekthaus „Frieda“
Straße des Friedens 85
Brück, Brandenburg 14822 Deutschland
+ Google Karte
Telefon:
+4917645912946
Website:
http://die-frieda.org